Als Reaktion auf die Folgen der weltweiten Finanzkrise haben das Brandenburger Wirtschaftsministerium und die Landes-Investitionsbank ILB für märkische Unternehmen ein Hilfspaket von 400 Millionen Euro geschnürt. „Es gibt keinen Anlass zur Panik. Aber wir müssen uns auf harte Zeiten einstellen“, sagte Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU). Das Vier-Punkte-Programm soll Unternehmen helfen, geplante Investitionsprojekte abzusichern, Engpässe zu überbrücken, das Eigenkapital zu stärken und öffentliche Investitionen zu beschleunigen.

Besonders betroffen sind in Brandenburg die drei Branchen Stahl, Automobil und die holzverarbeitende Industrie. Das Auftragsvolumen in der märkischen Industrie fiel im September um 8,8 Prozent geringer aus als noch ein Jahr zuvor. Die Bestellungen aus dem Ausland gingen um 37,4 Prozent zurück.

Nach einer vom Ministerium in Auftrag gegebenen und seit Montag vorliegenden Umfrage haben die kleinen und mittleren Unternehmen zunehmend Probleme, günstige Kredite bei den Hausbanken zu erhalten. Aufgrund ihrer meist dünnen Kapitaldecke können sich die Betriebe die Risikoaufschläge nicht leisten. Die Investitionsbank bietet daher an, als Vermittler aufzutreten und gegebenenfalls eine Bürgschaft für den Unternehmer bei den Hausbanken leisten. „Die ILB richtet eine Task Force für Investoren ein“, sagte ihr Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Licht.

Um sicherzustellen, dass weiterhin Kredite ausgegeben werden, will die ILB Globaldarlehen und Einzelfinanzierungen für Unternehmens-Kredite an die Banken und Sparkassen ausgeben. Das Hilfspaket ist für kleine und mittlere Unternehmen gedacht. Hilfen für große Betriebe seien aber nicht ausgeschlossen, sagte Licht. Alle Unternehmen müssen die Hilfen aber zurückzahlen. Ein Großteil der 400 Millionen Euro kommt von der ILB. Das Land will sich bei Zinsverbilligungen einbringen. Laut Wirtschaftsminister Junghanns wird geprüft, wie für Nachrangdarlehen Haushaltsmittel von etwa 20 Millionen Euro umgeschichtet werden könnten. Das Paket ist mit Finanzminister Rainer Speer (SPD) abgesprochen. Der warnte vor Illusionen. „Wir sichern nur den Status quo ab. Und werden keinem Turbinenhersteller Turbinen abkaufen“, so Speer.

gma/dpa