Mehrere Särge mit Leichen sind in einem ehemaligen Supermarkt nördlich von Berlin gefunden worden. Der Landkreis Barnim prüft derzeit, ob gegen das verantwortliche Bestattungsunternehmen ein Bußgeld verhängt werden kann. „Die Umnutzung hätte angezeigt werden müssen“, sagte ein Kreis-Sprecher am Dienstag und ergänzte: „Das ist pietätlos.“

Aus rein hygienischer Sicht könne dem Bestatter aber kein Vorwurf gemacht werden, hieß es vom Landkreis weiter. Die insgesamt fünf Leichen waren demnach in einem Kühlraum untergebracht, auch die Papiere seien einwandfrei gewesen. Das Unternehmen habe Teile des Supermarktes in der Gemeinde Wandlitz angemietet, der schon längere Zeit leer gestanden habe.

Anonymer Hinweis aus der Bevölkerung

Die Leichen wurden den Angaben zufolge bereits Ende der vergangenen Woche gefunden, nachdem ein anonymer Tipp aus der Bevölkerung eingegangen war. Die Toten seien anschließend zu nahe gelegenen Krematorien gebracht worden. Der Bestatter habe sich einsichtig gezeigt, sagte der Landkreis-Sprecher.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden hatte der Bestatter beim zuständigen Gewerbeamt die Nutzung der leerstehenden Räume in dem Supermarkt in Klosterfelde beantragt und angegeben, dort leere Särge und "Bestattungszubehör" zwischenlagern zu wollen. Die Genehmigung wurde ihm erteilt.

Einem Sprecher des Landratsamtes zufolge droht dem Mann jetzt ein Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Bauordnung. Um dort Särge mit Leichen zu lagern, hätte er zuvor einen "Antrag auf Umnutzung" stellen müssen. Der wäre allerdings trotz einer vom Bestatter eingebauten Kühlvorrichtung wohl kaum bewilligt worden, hieß es aus dem Landratsamt.

dpa/mim