Die Odyssee der zwölf mit einem gestohlenen Transporter nach Polen gelangten Leichen ist zu Ende. Alle seien wieder in Deutschland, zehn von ihnen bereits eingeäschert, bestätigte das Krematorium im sächsischen Meißen am Dienstag. Zwei der Leichen befänden sich noch in der Region Berlin/Brandenburg. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) bestätigte die Rückführung.

Nun werde geprüft, ob man das Verfahren zu dem Diebstahl über den Weg der Rechtshilfe nach Polen abgebe, sagte ein Sprecher. Das ergebe sich schon allein daraus, dass dort Verdächtige aufgegriffen worden seien, bei denen es sich überdies um Polen handle. Er lobte die Arbeit der polnischen Polizei, die die Leichen rasch gefunden hatte.

Diebe hatten die Särge in der Nacht zum 15. Oktober zusammen mit einem Wagen eines Bestattungsfahrdienstes in Hoppegarten bei Berlin gestohlen. Vier Verdächtige wurden in Polen bereits festgenommen, insgesamt hatten die Ermittler fünf Männer im Visier.

Frage nach dem Umgang mit Verstorbenen

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) verwies am Montagabend auf das gute nachbarschaftliche Verhältnis mit Polen und die funktionierende Zusammenarbeit. Gleichwohl müsse dieser Fall Anlass sein darüber nachzudenken, wie Kooperation und Absprachen bei solch solitären Ereignissen noch verbessert werden könnten.

Eine Woche nach dem Diebstahl waren das Fahrzeug und die Särge in einem Wald in Polen entdeckt worden, etwa 85 Kilometer von Posen (Poznan) entfernt. Eigentlich sollten die Toten mit dem Fahrzeug nach Sachsen gebracht werden, um dort eingeäschert zu werden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter die Särge versehentlich mitnahmen. Für die Leiterin des ambulanten Hospizdienstes Frankfurt (Oder), Anne Oberländer, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit den Verstorbenen. „Allein der Fakt, dass zwölf Särge in einem Transporter waren, ist schwer vorstellbar“, sagte sie.

dpa/mm