Bis zum Nachmittag sind in Brandenburg nur wenige Menschen wählen gegangen. Bis 14 Uhr hätten nur 22,4 Prozent der 2,1 Millionen märkischen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte Landeswahlleiter Bruno Küpper in Potsdam mit. Das sind 13,9 Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl 2009. Damals hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 36,3 Prozent ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren fand zugleich die Bundestagswahl statt. In Thüringen waren es mit 30 Prozent der 1,8 Millionen Wahlberechtigten 4,5 Prozentpunkte weniger als 2009.

Als einer der ersten Spitzenkandidaten gab Grünen-Fraktionschef Axel Vogel seine Stimme am Morgen in Eberswalde ab. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wählte gegen 10 Uhr mit seiner Frau Susanne in einer Forster Grundschule. „Ich hoffe, dass die SPD wieder stärkste Kraft im Landtag wird“, sagte Woidke kurz zuvor. Er zeigte sich optimistisch, seine Arbeit als Brandenburger Regierungschef fortsetzen zu können. Welchen Koalitionspartner er dabei bevorzugen würde, ließ Woidke aber offen.

Wortlos und allein trat der Spitzenkandidat der Linken und Finanzminister Christian Görke im havelländischen Rathenow an die Wahlurne. FDP-Spitzenkandidat Andreas Büttner stimmte im uckermärkischen Templin ab. Für den Fall, dass die Liberalen den Wiedereinzug in den Landtag verpassen, wolle er sich in die Kommunalpolitik zurückziehen, gab er an.

2,1 Millionen Wähler aufgerufen

Mehr als 2,1 Millionen Stimmberechtigte sind am Sonntag aufgerufen, die 88 Parlamentssitze in Potsdam neu zu vergeben. Erstmals in einem Flächenland dürfen sich auch etwa 38.300 Jugendliche ab 16 Jahren an der Landtagswahl beteiligen.

Der CDU wurden Werte bis 25 Prozent vorhergesagt – 19,8 Prozent waren es vor fünf Jahren. Erstmals könnte die Alternative für Deutschland (AfD) in den Brandenburger Landtag einziehen. Umfragen sahen sie bei 9 bis 10 Prozent. Die Grünen mussten mit gut 5 Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Die FDP sagten die Umfragen ein Scheitern an der 5-Prozent-Hürde voraus. dpa/bee/ap