Nach dem Fund einer Babyleiche in der Uckermark ermittelt die Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen des Verdachts des Totschlags. Das tote Mädchen war am Montag bei Mäharbeiten auf einer Wiese im Gartzer Ortsteil Friedrichsthal in einer Tüte entdeckt worden.
Demnach lag das tote Kind in einer Plastiktüte, es wurde noch am Abend zur Obduktion freigegeben.
Staatsanwältin Lolita Lodenkämper gab am Dienstagmorgen das Ergebnis der Untersuchung bekannt. „Die Obduktion hat ergeben, dass es sich bei der Leiche um ein Mädchen handelt. Es war ein nach der Geburt vollständig entwickelter und lebensfähiger Säugling.“
Das Kind sei eines nichtnatürlichen Todes gestorben. Zum Todeszeitpunkt sagte Lodenkämper: „Der Tod liegt mehrere Tage zurück.“ Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt nun wegen des Verdachts des Totschlags. Weitere Angaben machte Lodenkämper nicht. Einzig grenzte die Sprecherin ein, dass das Baby nicht ertrank.
Das Neugeborene habe bereits mehrere Tage tot auf der öffentlich zugänglichen Wiese gelegen. Die weiteren Umstände des Falls sind noch gänzlich ungeklärt: Woher das Mädchen stammt, wie es starb und wer dafür verantwortlich sein könnte. Dazu wurden zunächst keine Angaben gemacht. Es werde gegen Unbekannt ermittelt – eine Mordkommission sei einbezogen, fügte die Sprecherin hinzu.
Erst Ende April war eine junge Mutter vom Landgericht Frankfurt (Oder) wegen Totschlags in minderschwerem Fall zu knapp vier Jahren Haft verurteilt worden. Laut Urteil hatte die Frau in Golzow (Märkisch-Oderland) ein Kind allein zur Welt gebracht und mit einem Messer erstochen.
ur/plet/dpa




