Um 23.10 Uhr gab Sprengmeister Mike Schwitzke die Entwarnung: Die Weltkriegsbombe in Potsdam ist innerhalb nicht einmal einer Stunde erfolgreich entschärft worden. Das handelte es sich um einen 250 Kilogramm schweren Blindgänger amerikanischer Bauart. „Probleme gab es bei der Entschärfung überhaupt keine“, sagte der erfahrene Sprengmeister.

Schwitzke hatte mit einer Rohrzange den Zünder aus dem Heck des Blindgängers geschraubt. Nach rund 50 Minuten gaben die Einsatzkräfte Entwarnung.

Ungefähr 300 Menschen mussten am Montagabend ihre Wohnungen und Häuser rund um den Nuthewinkel verlassen. Mehrere Straßen wurden gesperrt.

Ein Baggerfahrer war am Montagnachmittag gegen 16 Uhr bei Bauarbeiten in der Nähe des Neubauwohngebietes Schlaatz auf den Blindgänger gestoßen. „Der Baggerfahrer hat die Bombe bei den Grabungsarbeiten bewegt“, sagte Jan Brunzlow, Sprecher der Stadt Potsdam, am Montagabend. „Aus diesem Grund muss die Bombe noch am Abend entschärft werden.“

Bereits eine halbe Stunde nach der Entdeckung richteten Polizeibeamte und Einsatzkräfte der Feuerwehr einen Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Metern rund um die Fundstelle zwischen Horstweg und Schlaatzweg ein. In der Nähe der Bombe befinden sich neben Wohnungen, einer Kleingartenanlage auch Ministerien und eine Tankstelle.

54 Menschen in Notunterkunft

Von den ungefähr 300 betroffenen Anwohnern wurden 54 Menschen, darunter viele Kinder, zur Schiffbauergasse in die Waschhaus-Arena gefahren. Andere Betroffene kamen bei Bekannten oder Verwandten unter.

Um 22.22 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Sprengmeister Schwitzke konnte mit der Entschärfung beginnen. Aus Sicherheitsgründen war bis dahin auch die Heinrich-Mann-Allee und der Horstweg für den Autoverkehr gesperrt worden. Vor der Entschärfung war die Nuthestraße zwischen der Autobahn A115 und der Friedrich-List-Straße noch in beiden Fahrtrichtungen befahrbar.

An der Fundstelle will die NCC-Gruppe in den kommenden Jahren Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser errichten. Noch bis Dezember hatten Archäologen auf dem Grundstück die Überreste eines germanischen Dorfes aus dem 1. bis 4. Jahrhundert freigelegt und gesichert.

BM