Spiegelglatte Straßen haben in Brandenburg am Dienstag erneut zu vielen Unfällen geführt. Vor allem im Süden und Osten des Landes krachte es vielerorts. Bis zum späten Nachmittag registrierte die Polizei knapp 200 Unfälle.

Bei gut der Hälfte spielten nach Angaben eines Sprechers des Potsdamer Polizeipräsidiums glatte Straßen eine Rolle. Schwerere Unfälle seien nicht darunter gewesen. Bei zwölf Unfällen wurden Menschen verletzt. Damit sei dies „ein ganz normaler Wintertag“, wie der Sprecher sagte.

In Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße war am Morgen der Busverkehr eingestellt worden. Durch Sprühregen bildete sich auf den Straßen Glatteis, wie die Polizei in Cottbus mitteilte. Teilweise kamen die Lastwagen nicht mehr vorwärts und blockierten die Fahrbahnen. Allein bis 10.30 Uhr gab es in Brandenburg mit Schwerpunkt in Cottbus und Potsdam laut Polizeipräsidium mehr als 100 Unfälle.

In Angermünde (Uckermark) rutschte ein Linienbus mit etwa 50 Schülern an Bord gegen einen Zaun. Autos schlidderten in weiten Teilen des Landes ebenso wie Fahrzeuge des Winterdienstes gegen parkende Wagen oder Verkehrsschilder. An der Autobahn 111 schleuderte ein Lastwagenfahrer bereits in der Nacht auf glatter Fahrbahn an der Tankstelle Stolper Heide gegen eine Zapfsäule. Die Feuerwehr musste das ausgelaufene Benzin beseitigen. Es entstand ein Sachschaden von rund 50.000 Euro.

Insgesamt weniger Unfälle gemeldet

Die Verkehrssituation war aber nicht so problematisch wie am Montag, als die Polizei im Land 494 Unfälle mit 46 Verletzten registrierte. Das waren etwa viermal so viel wie an normalen Wochentagen. Gut die Hälfte davon mit 33 Verletzten war zweifelsfrei auf glatte Straßen zurückzuführen. „Für Autofahrer war die Situation kaum noch zu beherrschen“, sagte Ingo Heese, Sprecher der Polizeidirektion Ost.

In dem Bereich wurden bis zum frühen Nachmittag rund 150 Unfälle gezählt, die auf die Glätte zurückzuführen waren. Die Beamten hätten Schwierigkeiten gehabt, die Einsätze zeitnah abzuarbeiten, sagte der Sprecher. Zuweilen hätten Autofahrer weit über eine Stunde auf das Eintreffen der Polizei warten müssen.

Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam hatte am Morgen und am Vormittag in weiten Teilen des Landes vor Straßenglätte gewarnt. Von Osten her ging der Sprühregen nach und nach in leichten Schneefall über, so dass die ersten dünnen weißen Schneedecken zu beobachten waren.

Land gegen Wintereinbruch gut gerüstet

An den beiden Tagen waren auf den Autobahnen und Bundes- sowie Landesstraßen 412 Streufahrzeuge unterwegs. Der Landesbetrieb für Straßenwesen ist für 11.500 Kilometer zuständig. „Wir haben alles herangezogen, was fahren kann“, sagte die Sprecherin des Landesbetriebes, Cornelia Mitschka, am Dienstag der Berliner Morgenpost.

„Nahezu alle zur Verfügung stehenden rund 900 Winterdienstkräfte rückten aus.“ Auf den knapp 800 Kilometer Autobahnen waren sie rund um die Uhr unterwegs, auf den Bundes- und Landesstraßen zwischen 3 und 22 Uhr. „Mich haben keine Beschwerden erreicht“, sagte die Sprecherin. „Die Situation am Montag war natürlich für uns alle extrem kritisch und unbefriedigend.“ Wo innerhalb weniger Stunden von Null auf Hundert Glatteis entsteht, sei kein Winterdienst in der Lage, das sofort ungeschehen zu machen.

Das Land war aber offenbar gut gerüstet: In den Lagern der 33 Straßenmeistereien und der 12 Autobahnmeistereien türmten sich zu Beginn des Winters rund 72.000 Tonnen Salz. Das meiste davon ist noch da.

dpa/gma