Die fünf im brandenburgischen Landtag vertretenen Parteien haben insgesamt rund 22.000 Mitglieder. Das sind mit Stand zum 31. Dezember 2013 fast genauso viele wie im Vorjahr. Dies ergab eine Umfrage.

SPD und CDU konnten danach leicht zulegen – um 100 beziehungsweise 84 Mitglieder. Die Linke hingegen verlor 189 Genossen. Dennoch blieb sie mit insgesamt 7171 Mitgliedern größte Partei zwischen Elbe und Oder. Auf Platz zwei rangiert die CDU mit 6282 Mitgliedern, gefolgt von der SPD (6300), der FDP (1300) und den Bündnisgrünen (970).

Im Schnitt sind die Parteimitglieder mehr als 50 Jahre alt. Die mit Abstand älteste Klientel hat Die Linke – knapp zwei Drittel sind über 65. 214 Mitglieder starben im vergangenen Jahr. Die SPD gibt ihren Altersschnitt mit 55 an, die CDU mit 52. Und auch die Mehrheit der Bündnisgrünen ist bereits im „Golden Age“. Die FDP machte keine Angaben.

Wahlen führen zu Parteieintritten

Gespannt gehen die Parteien ins brandenburgische Wahljahr mit Kommunal-, Landtags- und Europawahlen. „Wahlkämpfe wirken sich traditionell sehr positiv auf die Mitgliederzahlen von Parteien aus. Wir hoffen, dass die Landtagswahlen 2014 in Brandenburg keine Ausnahme sein werden“, sagt Grünen-Landesgeschäftsführer Julian Zurek. Abgestimmt wird am 14. September.

Linken-Landesgeschäftsführerin Andrea Johlige meint: „In Wahlkampfzeiten gibt es einerseits die meisten Mitmachangebote und in der Regel eine sehr hohe Identifikation mit den Aktivitäten. Dies gepaart mit dem allgemein höheren politischen Interesse führt zu höheren Eintrittszahlen.“

Bei der Mitgliedergewinnung setzen Liberale und Christdemokraten auch auf soziale Netzwerke. Hier sei vor allem die junge Parteigeneration unterwegs und begeistere damit die Älteren, so CDU-Generalsekretärin Anja Heinrich. Ihrer Partei gehe es nicht darum, Menschen zu einer Mitgliedschaft zu locken, sondern sie für die Werte und Inhalte einer christlichen Partei zu begeistern. Die FDP plant in den kommenden Monaten eine größere Aufklärungskampagne zum Wahlrecht ab 16.

Als echtes Zugpferd für die Mitgliederwerbung habe sich bei der SPD der Mitgliederentscheid über die große Koalition ausgewirkt, sagte ein Parteisprecher. Durchschnittlich seien im letzten Quartal 2013 doppelt so viele neue Mitglieder hinzugekommen wie den übrigen Monaten.

Allen Parteien ist im Superwahljahr gemein, dass sie auf die Unterstützung der Basis setzen. Dabei gehe um mehr, als nur Kugelschreiber und Plakate zu verteilen. Auf Veranstaltungen, an Infoständen und in Diskussionen soll für den Wahlerfolg der eigenen Partei geworben werden.

dpa/sei