Wachkomapatient

Hund Tascha muss nun eine Wesensprüfung ablegen

Für den im Wachkoma liegenden Dylan und seinen Kampfhund Tascha könnte sich etwas bewegen. Doch Drohungen machen den Einigungsprozess zwischen Behörden und Familie nicht einfacher.

Die Gemeinde Schönwalde/Glien in Brandenburg plant im Streit um Kampfhund Tascha keine allzu schnelle Entscheidung. „Wir suchen mit der Familie eine einvernehmliche Lösung“, sagte Ordnungsamtsleiter Kurt Hartley. Am Dienstag soll in einem Gespräch gemeinsam erörtert werden, wie es weitergehen soll.

Eine Entscheidung, ob Tascha bei dem schwer kranken zehnjährigen Dylan bleiben kann, soll aber nicht getroffen werden. Noch immer werde geprüft, ob eine Ausnahme von der Hundehalterverordnung gemacht und Tascha Therapie-Begleithund werden könne. „Hierfür ist als erster Schritt ein Wesenstest notwendig“, sagte Hartley. Darauf hätten sich beide Seiten verständigt und erste Schritte in diese Richtung seien bereits eingeleitet.

Unterdessen wurde bekannt, dass Gemeindeverantwortliche bedroht werden – in Mails. „Die Situation ist nicht einfach“, bestätigte Hartley. „Aus gegebenen Anlass distanzieren wir uns hier von allen Aufrufen, die das Leben oder die Gesundheit von beteiligten Behördenvertretern bedrohen! Wir werden jedes Posting, was straftatrelevante Bezüge hat, zeitnah entfernen und die Person hier auf der Seite sperren“, heißt es auf der Facebook-Seite „Unterstützt Wachkomakind Dylan und seinen Hund Tascha“.

„Man kann nicht jemanden bedrohen, von dem man was will“, sagte Betreiber Jürgen Töpfer am Montag. Einzelne Kommentare seien bereits von der Seite mit derzeit rund 188.000 – Unterstützer-„Likes“ gelöscht worden. „Bei jedem hier mögen die Emotionen sehr groß sein, das rechtfertigt aber nicht ein solches Verhalten. Im Gegenteil, es schadet nur der Familie“, heißt es weiter.

Kind und Hund verbindet jedoch offenbar eine innige Freundschaft – laut Angehörigen hat der Hund eine beruhigende Wirkung auf den Jungen. Dylan liegt seit seiner Geburt im Wachkoma. Die Eltern sagen, dem Kind gehe es deutlich besser, es sei viel ruhiger, wenn der Hund in seiner Nähe sei.