Weil der mutmaßliche „Maskenmann“ nach seiner Festnahme weiter schweigt, hat die Polizei jetzt Fotos von Mario K. veröffentlicht. Mit den Bildern werde nach Zeugen gesucht, die den 46-Jährigen kennen oder gesehen haben, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Montag.
Die Fotos wurden am Sonntag in der RBB-Sendung „Täter-Opfer-Polizei“ gezeigt und sind im Internet auf der Seite der Brandenburger Polizei zu sehen.
Dem Dachdecker aus Berlin-Marzahn wird vorgeworfen, eine Millionärsfamilie in Brandenburg überfallen und einen Manager entführt zu haben. Die Aufklärung des Falls zieht sich hin. Zwei Jahre lang ermittelte die Sonderkommission „Imker“ – benannt nach der auffälligen Maske des Täters, die er bei seinen Überfällen trug.
Mario K. hat nach Erkenntnissen der Polizei in den vergangenen zwei Jahren mehrfach sein Aussehen verändert. Mal war er glatt rasiert, mal trug er einen Bart, zeitweise eine Brille und eine Art Anglerhut.
Offenbar unternahm er mehrere Touren mit seinem Fahrrad, einem silbernen Rennrad der Marke „Canyon“. Es wurde beobachtet, dass Mario K. auf dem Gepäckträger größere Gepäckstücke, vermutlich eine Kiste oder eine Reisetasche transportierte.
Die Polizei stellte auch fest, dass sich Mario K. mehrere Lager in schwer zugänglichen Waldgebieten entlang der B1/B5 in den Orten Dahlwitz-Hoppegarten, Schöneiche, Rüdersdorf sowie im Bereich Erkner/Fangschleuse eingerichtet hatte, in denen er wie ein Einsiedler lebte.
Zum Einkaufen ging Mario K. immer wieder in andere Supermärkte und bezahlte ausschließlich bar. Außerdem soll er versucht haben, Kontakt zu mehreren Frauen aufzunehmen. Er sprach sie an, um mit ihnen Telefonnummern auszutauschen.
Die Polizei erhofft sich auch Hinweise auf ein Kajak, dass der mutmaßliche Täter am 7. Oktober 2012 am Entführungsort am Storkower See zurück gelassen hatte. Die Ermittler suchen weiterhin Zeugen, die das Boot in den Jahren 2011 und 2012 gesehen haben. Von besonderem Interesse ist dabei das Seengebiet um den Scharmützelsee, Storkower See, Großer und Kleiner Glubigsee und Springsee.
Die Polizei fragt:
- Wem sind Lagerplätze in den Waldgebieten um Bad Saarow und Storkow aufgefallen, die möglicherweise von dem Täter vor bzw. nach den Straftaten genutzt wurden? Vor allem die Beobachtungen von Spaziergängern, Förstern, Jägern u. a., die sich bislang noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, sind wichtig.
- Wer kann Hinweise geben, z.B. Verkäuferinnen und Kunden, in welchen Supermärkten der Beschuldigte vor den Taten 2011 im Bereich Bad Saarow und angrenzenden Orten (Diensdorf-Radlow, Reichenwalde u. a.) bzw. 2012 im Bereich Storkow und Umgebung (Wendisch Rietz u. a.) eingekauft hat?
- Welche Frauen sind von Mario K. vor den Taten 2011 im Bereich Bad Saarow und benachbarten Orten (Diensdorf-Radlow, Reichenwalde u. a.) bzw. 2012 im Bereich Storkow und Umgebung (Wendisch Rietz u. a.) angesprochen worden?
- Wer hat das Kajak in der Vergangenheit gesehen bzw. eine Person im Zusammenhang mit diesem Kajak beobachtet?
Hinweise richten Sie bitte an die Polizei Potsdam, Telefon 0331 283 3115, oder an jede andere Polizeidienststelle.
Mutmaßlicher Täter schweigt
Der Beschuldigte hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. „Er schweigt“, sagte der Sprecher. Inzwischen hat der 46-Jährige einen Anwalt, der Akteneinsicht erhält. Auch die Tatwaffe bleibt weiter verschwunden, sagte ein Sprecher. Die Polizei hatte mehrere Wohnungen und Grundstücken durchsucht. Diese Spuren werden noch ausgewertet.
Mario K. war Mitte September in Berlin festgenommen worden. Er soll 2011 die Frau eines Berliner Unternehmers in Bad Saarow (Oder-Spree) niedergeschlagen haben. Wochen später soll er auf die Tochter der Familie geschossen haben. Die Schüsse trafen einen Wachmann, der lebensgefährlich verletzt wurde.
Im Oktober 2012 soll der Beschuldigte einen Manager aus seiner Villa verschleppt haben, um eine Millionensumme zu erpressen. Dem Investmentbanker gelang die Flucht. Bei den Taten wurde immer aus derselben Waffe gefeuert.
Wegen Brandstiftung vorbestraft
Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist Mario K. bereits vorbestraft. 2004 zündete er mehrere Yachten in Köpenick an. 2005 wurde er wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Diebstahls vom Landgericht Berlin zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.
Das Gericht hatte damals keinen Zweifel, dass der damals 37-Jährige im Winter von der Seddinpromenade ein Sportboot gestohlen und in Schmöckwitz drei Yachten in Brand gesteckt hatte. Das Gericht hielt den Angeklagten für schuldig und sprach von einem "regelrechten Beutezug, mit ausgezeichneter Logistik".
BM mit dpa

![Polizisten sind in einem Waldstück nahe Storkow (Brandenburg) am 12.10.2012 auf der Suche nach Spuren, die zum Entführer eines Berliner Investment-Managers führen könnten. Der Geschäftsmann wurde von seinem Entführer am Ufer des Storkower Sees zwischen Erlen und Morast gefangen gehalten, bevor ihm am 07.10.2012 die Flucht gelang. Die Suche nach dem brutalen Entführer läuft weiter auf Hochtouren. Foto: Nestor Bachmann/dpa [ Rechtehinweis: usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland ] Polizisten sind in einem Waldstück nahe Storkow (Brandenburg) am 12.10.2012 auf der Suche nach Spuren, die zum Entführer eines Berliner Investment-Managers führen könnten. Der Geschäftsmann wurde von seinem Entführer am Ufer des Storkower Sees zwischen Erlen und Morast gefangen gehalten, bevor ihm am 07.10.2012 die Flucht gelang. Die Suche nach dem brutalen Entführer läuft weiter auf Hochtouren. Foto: Nestor Bachmann/dpa [ Rechtehinweis: usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/120172884/120172884_1423604570_v16_9_1200.jpeg)

