Fall Storkow

Polizisten suchen weiter nach Schusswaffe des „Maskenmanns“

Auf der Suche nach weiteren Beweisen gegen den Berliner Mario K. hat die Brandenburger Polizei weitere Wohnungen und Grundstücke durchsucht. Denn noch fehlt die Tatwaffe, eine Pistole vom Typ Ceska.

Die Brandenburger Polizei sucht weiter nach der Tatwaffe des mutmaßlichen „Maskenmannes“, der am Dienstagabend in Berlin-Köpenick festgenommen wurde. Es seien auch am Freitag weitere Wohnungen und Grundstücke durchsucht worden, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding. Details wollte er nicht nennen, um die laufende Operation nicht zu gefährden.

Der 46-jährige Mario K. mit langem Vorstrafenregister ist dringend tatverdächtig, sowohl für die brutale Entführung eines Berliner Investmentbankers in Storkow 2012 als auch für die blutigen Attentate auf die Berliner Millionärsfamilie Pepper im Jahr 2011 verantwortlich zu sein.

Im August 2011 war die Ehefrau der Berliner Unternehmerfamilie Pepper vor ihrem Ferienhaus in Bad Saarow in Brandenburg mit einem Knüppel niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Zwei Monate später – Oktober 2011 – schoss der maskierte Mann auf die Tochter der Familie, die auf einer Koppel mit ihrem Pferd beschäftigt war. Ein Wachmann schützte die junge Frau mit seinem Körper. Er erlitt eine Querschnittslähmung.

Seit dem Vorfall erhielten die Mitglieder der Familie Pepper Polizeischutz. Ob der auch nach der Festnahme des dringend Tatverdächtigen weiter besteht, dazu wollte die Polizei nichts sagen.

Bei den Verbrechen sei die gleiche Pistole vom Typ Ceska verwendet worden, hatte die Polizei mitgeteilt.

Tatverdacht gründet sich auf eine Reihe von Indizien

Er hat in ersten Befragungen gesagt, er sei unschuldig. Sonst habe sich der arbeitslose Dachdecker ohne Meldeadresse bislang nicht zur Sache geäußert, so der Sprecher. Der Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, habe noch keinen Anwalt bestellt.

Der Tatverdacht gründet sich laut Staatsanwaltschaft auf eine Reihe von Indizien. Derzeit würde eine Vielzahl von Menschen aus dem Umfeld des Mannes befragt, um weitere Beweise zu sammeln und die Indizienkette zu stärken. Hinweise auf Komplizen gibt es bislang nicht. Zu den Ergebnissen der Durchsuchungen der vergangenen Tage wollte sich der Sprecher nicht im Detail äußern. Er sagte lediglich, es seien weitere Beweismittel gefunden worden.

Der Verdächtige gilt als typischer Einzelgänger, was auch die Befragung von Bekannten des Verdächtigen erschwert. Nur die wenigsten könnten wirklich hilfreiche aktuelle Informationen zu dem Mann liefern, erklärte ein Ermittler.

Bis zur Anklageerhebung werde es vermutlich Monate dauern. Wegen der Schwere der Taten – dreifacher versuchter Totschlag und erpresserischer Menschenraub – drohe bei einer Verurteilung eine lebenslängliche Haftstrafe.