Autobahnbau

Der südliche Berliner Ring wird ab 2016 ausgebaut

Um die Anwohner besser vor Autolärm zu schützen, suchen das Land Brandenburg und der Bund in einem Pilotprojekt einen privaten Investor, der bei Michendorf höhere Lärmschutzwände errichtet.

Foto: Marc Tirl / ZB

Der südliche Berliner Ring (A10) wird ab 2016 zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal von sechs auf acht Fahrstreifen verbreitert. Der rund neun Kilometer lange Abschnitt, der eine Verbindung zwischen der A115 (Avus) sowie den Autobahnen A9 (Berlin–München) und A2 (Berlin–Hannover) schafft, gilt bereits jetzt als die am stärksten befahrene Straße Brandenburgs.

Für die Zukunft erwarten die Planer bis zu 126.000 Fahrzeuge am Tag, darunter viele Schwerlast-Lkws, die diesen Teil des paneuropäischen Verkehrskorridors nach Russland nutzen. In den Streckenausbau einschließlich der Modernisierung der Tank- und Rastanlage Michendorf will der Bund als Eigentümer der Autobahn knapp 130 Millionen Euro investieren. Baubeginn soll im Frühjahr 2016, der Abschluss der Arbeiten im Sommer 2020 sein.

Teil des Vorhabens ist ein bundesweit bislang einmaliges Projekt für besseren Lärmschutz der Anwohner. In einer europaweiten Ausschreibung suchen das Land und der Bund einen privaten Investor, der im Bereich der Ortschaften Michendorf und Langerwisch (Potsdam-Mittelmark) auf insgesamt 6800 Meter Länge solare Lärmschutzwände und -wälle errichtet.

Mehrkosten sollen durch Solarstrom abgedeckt werden

Diese könnten dann um einige Meter höher ausfallen, als es die Gesetze vorschreiben und wie es der Bund finanziert. Entstehende Mehrkosten soll der Investor durch die an den Schutzwänden angebrachten Fotovoltaik-Anlagen refinanzieren können, die über 30 Jahre hinweg Solarstrom liefern.

„Wenn ein Investor einsteigt, können wir die Menschen besser vor Lärm schützen“, sagte Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD). Nicht zuletzt aufgrund von Anwohnerforderungen sind etwa bei Michendorf zwei Lärmschutzwände vorgesehen, die statt der ursprünglich geplanten sechs bis acht Meter dann bis zu zehn Meter hoch gebaut werden sollen. Zur Reduzierung der Lärmbelastung der Anwohner soll zudem in diesem Bereich auch sogenannter Flüsterasphalt verbaut werden.