Tragischer Jagdunfall in Brandenburg an der Havel: Ein Jäger hat seinen Kollegen auf freiem Feld erschossen, weil er ihn irrtümlicherweise für ein Wildtier hielt.

Die beiden Männer waren am Samstagabend kurz vor Mitternacht im Ortsteil Mahlenzien auf der Pirsch, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilten. Nachdem der 73-Jährige ein Wildtier geschossen hatte, bat er seinen 51 Jahre alten Bekannten, das Auto zu holen.

Nach ersten Ermittlungen lief der Jüngere kurze Zeit später in der Dunkelheit zu dem erlegten Tier. Der 73-Jährige vermutete daraufhin ein weiteres Wildtier und schoss. Dabei traf er seinen Bekannten und verletzte ihn tödlich. Der Schütze rief die Polizei, als er den Irrtum bemerkte.

Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des 51-Jährigen feststellen. Der 73-Jährige kam mit einem Schock in eine Klinik. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Außerdem ist laut Polizei noch unklar, ob beide Männer überhaupt zur Jagd berechtigt waren.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts eines eines fahrlässigen Tötungsdeliktes aufgenommen.

Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen

Jagdunfälle mit schweren Folgen sind keine Seltenheit. Eine zentrale Erfassung aller tödlichen Jagdunfälle gibt es in Deutschland zwar nicht, sicher ist jedoch, das jährlich mehrere Todesopfer zu beklagen sind.

Anfang Dezember 2012 wurde ein 66-Jähriger bei einer Treibjagd auf Wildschweine in Unterfranken mit einem Jagdgewehr getötet.

Ende August und Anfang September 2012 kamen innerhalb weniger Tage bei Jagden in Franken und Ostholstein zwei Männer ums Leben, die versehentlich von Jagdgewehren getroffen wurden. In einem Fall handelte es sich um einen jungen Mann, der nachts in der Nähe vom Bamberg am Rande eines Maisfelds spazieren gegangen war.

Ebenfalls in Bayern wurde eine Frau von einer Schrotladung getroffen, weil ein Jäger in 200 Metern Entfernung auf eine davonfliegende Ente gezielt hatte.

dpa/sei/pol