Großeinsatz

Polizei zerschlägt bundesweit agierende Autoschieber-Bande

Mehr als 200 Polizisten sind in vier Bundesländern gegen Autodiebe und Hehler vorgegangen. In einer Lagerhalle in Brandenburg entdeckten sie Fahrzeuge im Wert von einer halben Million Euro.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Großeinsatz in vier Bundesländern: Die Polizei hat eine bundesweit agierende Bande mutmaßlicher Autoschieber aus Brandenburg zerschlagen.

Ermittler durchsuchten am Dienstag 29 Objekte und nahmen in Brandenburg die mutmaßlichen Köpfe der Gruppe fest, wie das Polizeipräsidium Potsdam und die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Nachmittag mitteilten.

Den Männern werden gewerbs- und bandenmäßige Diebstähle und Hehlerei von Autos und deren Teilen vorgeworfen. Die Beute habe einen Wert von einer halben Million Euro.

200 Beamte zeitgleich im Einsatz

Rund 200 Polizeibeamte aus fünf Bundesländern und des Zolls waren am Morgen zeitgleich in Brandenburg im Raum Gransee und Zehdenick (Oberhavel), in Berlin, Münster (Nordrhein-Westfalen) und Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) im Einsatz.

Die Ermittler stellten unter anderem 15 teils zerlegte Autos, zwei Motorräder, einen Campinganhänger und viele Einzelteile sicher. In Brandenburg handle es sich um einen der größten Funde in jüngerer Vergangenheit, sagte ein Polizeisprecher.

„Seit Sommer 2012 wird ermittelt“, sagte der Sprecher. Wie die Polizei den Verdächtigen auf die Spur gekommen war, wollte er nicht sagen.

Die 31 und 35 Jahre alten Festgenommenen stammen aus Gransee und Zehdenick (Oberhavel). Ob sie in Untersuchungshaft müssen, soll am Mittwoch entschieden werden. Zu der Bande gehören laut Behörden außerdem vier weitere Männer zwischen 31 und 39 Jahren. Sie wurden am Dienstag vernommen.

Die Beschuldigten sollen hochwertige Autos gestohlen oder stehlen lassen haben, um sie zu verkaufen. Die Fahrzeuge erhielten „Identitäten“ von Schrottwagen gleichen Typs, „um dem Diebesgut den Anschein der Legalität zu geben“, hieß es in einer Mitteilung.

Hohe Zahl von Straftaten

Auch stehen die Männer in dringendem Verdacht, gestohlene Autoteile gehandelt zu haben. Bisher legen die Ermittler den Beschuldigten mindestens 21 Taten im vergangenen und in diesem Jahr zur Last - allerdings sei mit einer „deutlich höheren Zahl von Straftaten zu rechnen“. Die Täter hätten die Fahrzeuge in Brandenburg und acht anderen Bundesländern gestohlen.

Bei einem Einsatz hatten die Beamten in einer Lagerhalle in Dannenwalde bei Gransee (Oberhavel) zugeschlagen. Dort entdeckten sie mehrere Autos und Motorräder – zum Teil waren die Wagen schon „ausgeschlachtet“.

Die Einsätze wurden den Angaben zufolge vom Landeskriminalamt Brandenburg und der Staatsanwaltschaft Neuruppin geleitet. Laut Polizeipräsidium Potsdam gab es im vergangenen Jahr 3355 Fälle von Autodiebstahl in Brandenburg, 2011 waren es 3963.