Verkehr

Deutlich mehr Schwertransporte auf Brandenburgs Straßen

Wer nachts viel mit dem Wagen unterwegs ist, kennt das: Lastwagen schieben sich über die Straßen. Begleitet von Polizei und Warnschildern transportieren sie riesige Teile. Überholen ist schwierig.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Anzahl der Schwerlasttransporte ist in Brandenburg deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 15.229 Fahrzeuge von der Polizei begleitet, wie die Behörde auf Anfrage mitteilte. 2010 lag die Anzahl solcher Transporte noch bei 11 504 (2011: 13.736). „In erster Linie werden Elemente von Windkraftanlagen transportiert“, sagte ein Polizeisprecher. Nach Schätzungen seiner Behörde machen sie mehr als die Hälfte aller Fälle aus. Die Transporte stellen für die Beamten eine zunehmende Belastung dar, berichtete die Gewerkschaft der Polizei. „Da werden immense Kräfte gebunden“, sagte der Vorsitzende der Landesorganisation, Andreas Schuster.

Auf der Autobahn werden die Transporte zunehmend auch von privaten Unternehmen begleitet, berichtete der Gewerkschafter. Spätestens an der Abfahrt geht es jedoch nicht ohne Beamte: „Straßen sperren kann nur die Polizei“, erklärte Schuster. „Da in Brandenburg besonders viele Windkraftanlagen stehen, ist unsere Region besonders belastet“, meinte er.

Große Windkraftanlagen sind eine Herausforderung

Nach Angaben der Polizei sind von den Autobahnrevieren in Transportnächten durchgehend zwei Funkstreifenwagen eingesetzt. Die Belastung für die örtlichen Dienststellen sei ähnlich einzustufen. In den Regionen, wo die Windkraftanlagen hergestellt werden, seien regelmäßig zwei Funkstreifenwagen mit der Begleitung beschäftigt.

Der Transport gestalte sich dabei zunehmend komplizierter, berichtete Lothar Wiegand, Sprecher des Infrastrukturministeriums. „Früher waren die Rotorblätter 40 bis 50 Meter lang – inzwischen sind sie oft bereits über 60 Meter. Da kommen manche Fahrzeuge nur schwer um Kurven“, schilderte er. Der Landesverkehrsbetrieb Straßenwesen sei jedoch gut auf die Transporte eingestellt und könne relativ kurzfristig die organisatorische Herausforderung leisten.

Für die Abwicklung solcher Transporte nutzt Brandenburg seit mehreren Jahren ein bundesweit einheitliches Online-Verfahren (Vemags). Laut Landesverkehrsbetrieb Straßenwesen wurden seit dessen Betriebsstart 2007 mehr als 500.000 Anträge gestellt bei den 1300 zuständigen Behörden im ganzen Bundesgebiet.

Aus Brandenburg werden Brückenteile und Straßenbahnen geliefert

Neben den Windkraftanlagen werden laut Polizei vor allem Brückenteile, Holzkonstruktionen oder Straßenbahnen, die in Brandenburg gebaut worden sind, in andere Bundesländer gebracht. In die Region transportiert würden vor allem Schiffsschrauben, Boote und Yachten sowie Mobilkräne. Oft ist die Mark aber auch nur Transitland.

„Wir sind eine Verkehrsscheibe. Das geht mit einem relativ hohem Lastwagenaufkommen einher“, sagte Ministeriumssprecher Wiegand. Die Schwertransporte seien dabei eine Facette – stellten jedoch kein besonderes Problem dar. „Sie verstopfen weder die Straßen noch machen sie sie kaputt.“