Die Sammlung des Mäzens und SAP-Mitbegründers Hasso Plattner zieht in das Palais Barberini am Alten Markt in Potsdam. Der Berliner Unternehmer Abris Lelbach teilte mit, gemeinsam mit Plattner sei er zu der Einschätzung gekommen, „dass ein Engagement der Hasso-Plattner-Förderstiftung die einmalige Chance eröffnet, in zentraler Lage ein Kunstmuseum zu errichten“. Deshalb unterstütze die Förderstiftung den Wiederaufbau des Palais Barberini. Gemeinsam mit der ebenfalls gemeinnützigen Lelbach-Stiftung solle sichergestellt werden, dass dass gesamte Palais einer kulturellen Nutzung dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht werde, heißt es in einer Presseerklärung Lelbachs.
Die Kosten für das Museum werden noch ermittelt
Eine Aussage dazu, wie hoch die finanzielle Unterstützung sein wird, machte Lelbach nicht. Die Kosten für das Museum würden innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate ermittelt, sagte er.
Lelbach hatte von der Stadt Potsdam den Zuschlag für das Grundstück bekommen, um ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Jetzt soll das gesamte Gebäude, das Lelbach mit der historischen Fassade und den historischen Proportionen bis Ende 2016 wieder aufbauen will, als Museum genutzt werden. Lelbach, der 1998 den Berliner Elektroanlagenbauer elpro kaufte, baut derzeit auch einen Wohnpark in Wannsee. Sein Vorhaben, ins Berliner Holzmarkt-Gelände zu investieren, war gescheitert.
Der DDR-Plattenbau sollte nicht weichen
Plattner wollte ursprünglich eine eigene Kunsthalle in Potsdam an Stelle des Hotel Mercure direkt neben dem wieder aufgebauten Stadtschloss bauen. Gegen den Abriss des DDR-Plattenbaus hatte es in Potsdam jedoch heftige Proteste gegeben, sodass er sein Angebot verärgert zurückzog. Die Kunsthalle sollte deshalb auf dem Gelände des Plattner-Projekts „Campus am Jungfernsee“ gebaut werden. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs teilte gestern mit, er freue sich, „dass die Kunsthalle von Hasso Plattner im Palais Barberini untergebracht wird“. Sie werde die Potsdamer Mitte enorm bereichern. Nun müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass aus dem Vorhaben Realität werde.
Der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen, Matthias Klipp, kündigte an, die notwendigen Änderungen des Bebauungsplans würden „zügig bearbeitet“. Unter anderem muss es für die Museumsbesucher eine größere Tiefgarage als bisher geplant geben. Im Palais Barberini will Plattner seine Sammlung ostdeutscher Maler ausstellen. Es sei nicht entschieden, was aus der Sammlung mit Werken der Klassischen Moderne werde, sagte Lelbach. Jetzt gehe es erst einmal um den Bau, „der Bilderbeschickung können wir uns nächstes Jahr widmen“.



