Eine Mutter im Landkreis Oberhavel (Brandenburg) hat im vergangenen Jahr ihr Baby nach der Geburt getötet und ist am Donnerstag zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Neuruppin hielt die 29-Jährige des Totschlags im minderschweren Fall für schuldig. Wegen einer psychischen Erkrankung sei die Steuerungsfähigkeit der Angeklagten erheblich eingeschränkt gewesen, sagte ein Gerichtssprecher. Dies habe die Kammer bei ihrem Urteil berücksichtigt.

Die Mutter, die zwei weitere Kinder hat, bleibt zunächst auf freiem Fuß bis das Urteil rechtskräftig ist.

Die Frau hatte demnach am 6. Februar 2012 in Borgsdorf (Oberhavel) in ihrer Wohnung ein Mädchen allein zur Welt gebracht. Anschließend steckte sie das Neugeborene in eine Plastiktüte und versteckte diese hinter einem Fahrradschuppen. Das Kind erstickte oder erfror.

Das Gericht blieb mit seiner Strafe knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr gefordert.

Zwei Babyleichen in Berlin gefunden

In Berlin waren innerhalb weniger Tage zwei Baby-Leichen in einer Plastiktüte und einem Altkleidercontainer entdeckt worden. In diesen Fällen gehen die Ermittlungen mit Hochdruck weiter. Die Polizei setzt dabei auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung.

Im Fall des toten Jungen aus Berlin-Hellersdorf gebe es eine Handvoll neue Hinweise, eine heiße Spur fehle aber. Das sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Bei dem in der vergangenen Woche in einem Altkleider-Container entdeckten Mädchen gehen die Beamten rund 20 Hinweisen nach. In beiden Fällen wird wegen Mordes ermittelt. Der Junge und das Mädchen kamen nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebend zur Welt und wurden getötet.

Experten werten nach wie vor Spuren am Fundort der Babyleichen aus. Vieles spreche in solchen Fällen dagegen, dass der Fundort auch der Tatort sei, sagte ein Polizeisprecher. Deshalb würde der Altkleider-Container, in dem die Leiche entdeckt worden war, weiter untersucht. Die Leiche des Kindes war stark verwest.

Auch die Plastiktüte, in der der Junge lag, nehmen die Experten unter die Lupe. Das Kind habe nicht nackt in dem Sack gelegen, sagte ein Polizeisprecher. „Es laufen noch verschiedene Untersuchungen“, sagte auch der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Ergebnisse gebe es in dieser Woche aber wohl nicht mehr.

dpa/sei