Resort Schwielowsee

Fall Hilpert - Jetzt werden Banker angeklagt

Mitarbeiter der Deutschen Kreditbank sollen Hotelier Axel Hilpert beim Erschleichen von Fördergeld geholfen haben. Sie müssen vor Gericht. Es geht um 9,2 Millionen Euro aus Steuermitteln.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der Millionen-Betrug um den Hotelkomplex Resort Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark) zieht weitere Kreise: Vier Mitarbeiter der Deutschen Kreditbank (DKB) sind unter anderem wegen Betruges angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam wirft ihnen laut „Märkischer Allgemeine“ (Samstag) vor, in der Zeit von 2003 bis 2007 gemeinsam mit dem verurteilten Hotelier Axel Hilpert (65) Geld vom Land erschwindelt zu haben. Es geht um 9,2 Millionen Euro aus Steuermitteln, welche die Förderbank für den Bau bereitstellte.

Die Akten liegen beim Potsdamer Landgericht. Wann sich die Banker vor Gericht verantworten müssen, sei noch nicht absehbar, sagte ein Gerichtssprecher.

Schillernder Fall von Wirtschaftskriminalität

Der Komplex Resort Schwielowsee gehört zu den schillerndsten Fällen von Wirtschaftskriminalität in Brandenburg. Hotelier Hilpert war im Juni 2012 vom Landgericht Potsdam wegen Betruges, Untreue und Steuerhinterziehung zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter hat der 65-Jährige die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) getäuscht und dadurch zu Unrecht Fördermittel für den Bau des Hotels kassiert. Dabei sollen ihm die nun angeklagten Banker geholfen haben.

Das Urteil gegen Hilpert ist noch nicht rechtskräftig. Der ehemalige Stasi-Mitarbeiter sowie Kunst-und Antiquitätenhändler beim DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski hat Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe eingelegt. Gegen eine Kaution von 500.000 Euro kam der Unternehmer zunächst auf freien Fuß. Hilpert hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert und auf unklare Formulierungen der Bank bei der Vergabe von Fördermitteln verwiesen.

Staatsanwaltschaft ermittelte auch gegen Baufirmen und Architekten

Der Fall Hilpert hatte eine Reihe weiterer Verfahren zur Folge. Neben den DKB-Mitarbeitern ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Baufirmen, Handwerker oder Ingenieure und Architekten. Sie sollen mit Hilfe fingierter Rechnungen dafür gesorgt haben, dass Geld in das private Vermögen von Hilpert floss. Mehrere Verfahren sind bereits abgeschlossen, indem sie beispielsweise gegen eine Geldbuße eingestellt wurden.