Begleitet von starken Sicherheitskontrollen hat am Freitagvormittag ein Prozess gegen vier Motorradrocker am Cottbuser Landgericht begonnen. Den Anhängern des Rockerclubs MC Gremium wird eine lebensgefährliche Messerattacke auf einen Jugendlichen zur Last gelegt. Zum Prozessauftakt wurde zunächst die Anklage gegen vier Männer verlesen.

Die Angeklagten sollen den 16-Jährigen, den sie für ein Mitglied der verfeindeten Hells Angels hielten, vor einer Diskothek in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) zusammengeschlagen und mit Messern lebensgefährlich verletzt haben. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Der Schüler konnte nur mit einer Notoperation gerettet werden.

Der Prozess begann mit Verspätung, weil alle Zuschauer am Gerichtseingang streng kontrolliert wurden. Darunter waren auch etwa 25 Rocker in ziviler Kleidung. Sie wurden von Polizeibeamten im Saal von den anderen Besuchern getrennt. Die ersten Zeugen sollen am kommenden Montag gehört werden.

Hells Angels in Cottbus lösen sich auf

Unterdessen hat sich die Ortsgruppe der Hells Angels in Cottbus nach Angaben der Polizei aufgelöst. Die Rocker wollten damit einem Verbot durch die Behörden zuvorkommen, sagte eine Sprecherin der Polizei Cottbus am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Sie haben einen maßlosen Druck gehabt – den werden wir auch weiterhin auf sie ausüben.“ Der Club sei seit Mittwoch geschlossen.

Informationen der „Bild“-Zeitung zufolge wurden die Insignien am Clubhaus in Kolkwitz nahe Cottbus bereits abgenommen. Gegen zwei 22 und 26 Jahre alte Rocker hatte das Amtsgericht Cottbus am Donnerstag Haftbefehl erlassen, weil sie unter anderem mehrere Männer misshandelt haben sollen.

dpa/ap