Mehr als 15 Jahre nach dem Verschwinden einer hochschwangeren Jugendlichen in Nordbrandenburg sind sich die Ermittler sicher: Die 17-Jährige ist am 3. Juli 1997 in einem Waldstück heimtückisch ermordet worden. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat Anklage wegen Mordes gegen den Ex-Freund des Opfers (33) und dessen 79 Jahre alten Bekannten erhoben, sagte Sprecherin Lolita Lodenkämper am Montag.

Die 60 Jahre alte Mutter des Jüngeren soll die Männer zu der Tat angestiftet haben. Ihr wirft die Anklage Anstiftung zum Mord vor. Die Leiche der Jugendlichen aus Leegebruch (Oberhavel) ist bis heute verschwunden.

Fall mit Hilfe von „Aktenzeichen XY…ungelöst“ neu aufgerollt

Die Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft – die Männer bereits seit November 2012, die Frau wurde im Januar verhaftet. Zuvor hatte die Polizei den Fall auch mit Hilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ noch einmal aufgerollt.

Dabei hatte sich der Verdacht gegen das Trio erhärtet, dass bereits seit Jahren unter Verdacht stand. Das Motiv der 60-Jährigen soll sein, dass sie Unterhaltsansprüche gegen ihren Sohn verhindern wollte. Dieser soll der Vater des Kindes sein, dass die 17-Jährige erwartete.

Prozessbeginn nach unklar

Weil der beschuldigte Ex-Freund des Opfers zum Tatzeitpunkt ebenfalls noch im jugendlichen Alter war, ist der Fall bei der Großen Jugendkammer des Landgericht Neuruppin angeklagt. Das Gericht bestätigte den Eingang der Anklage. Wann der Prozess beginnt, ist noch unklar. Zunächst muss das Verfahren förmlich eröffnet werden. Die Tatverdächtigen schweigen laut Justiz bislang zu den Vorwürfen.

Die junge Frau war zuletzt nach einer Schwangerschaftsuntersuchung im Krankenhaus Hennigsdorf gesehen worden. Obwohl die Eltern bei der Suche nach ihrer Tochter auch einen Privatdetektiv eingeschaltet hatten, blieb sie verschwunden.

Dennoch ist die Staatsanwaltschaft zuversichtlich, genug Indizien zu haben, um die Beschuldigten zu überführen. Auch die Hoffnung, die Leiche der Jugendlichen doch noch zu finden, haben die Ermittler nicht aufgegeben. Speziell ausgebildete Hunde sollen danach suchen, sobald es die Witterung zulässt.

dpa/ap