Zur Aufklärung des Verbrechens an einer hochschwangeren Jugendlichen vor 15 Jahren sind die Ermittler weiter auf der Suche nach der Leiche der damals 17-jährigen Maike Thiel.

„Unter Nutzung eines neuen Verfahrens werden wir die Suche erneut intensivieren“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neuruppin am Dienstag. Die Behörde hat dabei ein bestimmtes Gelände im Blick, was untersucht werden könnte – beispielsweise mit Grabungen oder mit speziellen Leichenspürhunden. Details zum weiteren Vorgehen der Mordkommission wollte die Sprecherin nicht nennen – weder zur Untersuchungsmethode, noch wann und wo gesucht werden soll.

Die Ermittlungen stützen sich auf eine Indizienkette – wie Spuren und Hinweise – , so dass die Beweislage schwieriger ist als etwa bei einem Geständnis. Der damalige Ex-Freund der Jugendlichen aus Leegebruch (Overhavel) und ein 78-Jähriger kamen am Montag in Untersuchungshaft.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, zwei Zeuginnen belasteten die beiden Männer schwer. Dazu machte die Staatsanwaltschaft jedoch keine Angaben.

Getötet nach Schwangerschaftsuntersuchung

Sie räumten die Vorwürfe aber nicht ein, dass Mädchen in Hennigsdorf heimtückisch getötet zu haben. Die 17-Jährige war im Juli 1997 nach einer Schwangerschaftsuntersuchung im dortigen Krankenhaus verschwunden. Die Ermittler gingen früh von einem Verbrechen aus.

Zeugen sollen Verdächtige schwer belasten

Nach erfolglosen Ermittlungen rollte die Polizei den Fall im Januar 2012 auch mit Hilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ neu auf. Es gab neue Indizien, die den Verdacht gegen die beiden Männer erhärteten. Um welche Hinweise es sich handelte, sagten die Ermittlungsbehörden allerdings nicht.

Der Rechtsanwalt Andreas Steffen vertritt die Eltern der Verschwundenen. Er will Akteneinsicht beantragen. Nach seinen Angaben ist es vor 15 Jahren zu Konflikten gekommen, weil der Ex-Freund damals gegen das Kind gewesen sei. Der Mann sei schon einmal in Verdacht geraten, hieß es zudem in Medienberichten. Bei der Suche nach der verschwundenen 17-Jährigen hatten die Eltern auch einen Privatdetektiv eingeschaltet.

dpa/ap