Die zwölf mit einem gestohlenen Transporter nach Polen gelangten Leichen können nach Deutschland überführt werden. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Montag mit. „Die polnischen Behörden haben keine Einwände“, sagte er.

Die Leichen seien damit aus polnischer Sicht freigegeben worden. Nun müsse der Rücktransport durch deutsche Bestatter organisiert werden. Dies könne durchaus noch am Montag geschehen.

In der Nacht zum 15. Oktober war ein Wagen eines Bestattungsfahrdiensts in Hoppegarten bei Berlin gestohlen worden. Die Leichen sollten in ein Krematorium gebracht werden. Eine Woche später wurden das Fahrzeug und die zwölf Särge in einem Wald in Polen entdeckt, etwa 85 Kilometer von Posen (Poznan) entfernt.

Langwierige Ermittlungen

Inzwischen hat die Polizei in Polen drei Tatverdächtige gefasst. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) stellt sich auf langwierige Ermittlungen ein. „Die polnischen Behörden ermitteln – und wir ermitteln auch“, sagte Behördensprecher Ulrich Scherding. „Nun müssen wir schauen, was deckungsgleich ist.“

In den kommenden Wochen werde es darum einen regen Austausch zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft in Deutschland und Polen geben. „Das ist keine Sache, die sich schnell erledigt. Zumal wir uns ja wahrscheinlich im Bereich der Bandenkriminalität bewegen“, sagte Scherding auch mit Blick auf Unterlagen, die übersetzt werden müssen.

Der Jurist geht aber von einem reibungslosen Austausch aus. Die Ermittler im Grenzgebiet arbeiteten ohnehin verstärkt eng zusammen. Innerhalb der EU-Länder könnten die Staatsanwaltschaften ohne Umweg direkt miteinander sprechen. „Gerade zu der Posener Behörde haben wir traditionell gute Kontakte“, so Scherding. dpa/mim