Brandenburg

Piraten nehmen Domscheit-Berg Chance auf Bundestagsmandat

Brandenburgs Piraten gehen mit Veit Göritz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl. Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg hat kaum Chancen.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Prominenter Rückenwind unerwünscht? Die märkischen Piraten gehen mit dem 27 Jahre alten Angestellten Veit Göritz an der Spitze der Landesliste in den Bundestagswahlkampf. Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg (44) musste sich dagegen mit Platz 2 begnügen.

Der politische Geschäftsführer des Landesverbandes Göritz setzte sich gegen die deutschlandweit bekannte Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg mit 55 zu 45 Stimmen durch. „Jetzt müssen wir zunächst einen guten Wahlkampf hinlegen, um dann auch im Bundestag an einer wirklichen Veränderung der Politik arbeiten zu können“, sagte Göritz nach seiner Wahl.

Namhafte Piraten bedauerten die Entscheidung ihrer Parteikollegen. Marina Weisband, ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, twitterte nach der Wahlentscheidung:

Domscheit-Berg selbst, gratulierte Göritz gleich nachdem sie vom Ergebnis erfuhr via Twitter, sicherte ihm ihre Unterstützung zu und beteuerte, auf jeden Fall mit den Piraten Bundestagswahlkampf betreiben so wollen.

Im zweiten Wahlgang entschieden sich dann 50 der 94 Delegierten für Domscheit-Berg. Die 44-Jährige nahm die Wahl an und versprach, sich jetzt „voll“ in den Wahlkampf der Piraten „hineinzuhängen“. Allerdings sieht sie für sich selbst kaum eine Chance, mit Listenplatz 2 den Sprung in den Bundestag zu schaffen. Damit es die Netzaktivistin dennoch schaffen könnte, wären bei der Bundestagswahl mehr als zehn Prozent der Wählerstimmen notwendig.

Derzeit liegen die Piraten bundesweit in Umfragewerten zwischen vier und fünf Prozent.

Ein klein wenig Frust kam dann im Twitterdialog aber doch durch - allerdings garniert durch einen zwinkernden Smiley.

„Erklärtes Ziel der Piratenpartei Deutschland ist die Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde und somit der erste Einzug einer neuen Partei in den Deutschen Bundestag seit dem Jahr 1983“, sagte der märkische Parteichef Michael Hensel. „Ich glaube fest an unseren Einzug. Gegen parteiinterne Streitigkeiten, die über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter ausgetragen würden, könne er nichts sagen, so lange sie konstruktiv laufen würden. Destruktive Auseinandersetzungen würden der Partei aber schaden, betonte Hensel.

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