Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Montag in einem Gewerbegebiet in Hoppegarten (Märkisch-Oderland in Brandenburg) drei Kleintransporter gestohlen, von denen einer eine überaus heikle Fracht enthielt. In dem an der Handwerkerstraße abgestellten Mercedes Sprinter lagerten die sterblichen Überreste von zwölf Menschen. Acht davon stammten von Verstorbenen aus Berlin, vier weitere aus Brandenburg, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ingo Kechichian, sagte am Mittwoch, die Särge seien bereits am Sonntagabend auf den Wagen geladen worden. Die Toten sollten im Auftrag von mehreren Bestattungsunternehmen am Montag zur Einäscherung in ein Krematorium gefahren werden. Bis Mittwoch fehlte von den Toten jede Spur.
„Die Täter waren vermutlich nicht darauf aus, zwölf Leichen zu stehlen“, sagte Kechichian weiter. Die Fahndung konzentriere sich deshalb auf die Fahrzeuge. Eines der gestohlenen Auto sei bereits im westpolnischen Posen gefunden worden. Deswegen vermuten die Ermittler, dass die Diebe die Transporter nach Osteuropa verschieben wollten. „Wir gehen von einem osteuropäischen Täterkreis aus.“
Leichen sollten nach Sachsen gebracht werden
Ein Sprecher des Fahrdienstes berichtete, die Leichen sollten zur Einäscherung in ein Krematorium nach Meißen in Sachsen gebracht werden. Der Fahrer habe vor der Abfahrt die Särge festgezurrt und sei noch zurück ins Firmengebäude gegangen, um sich die Hände zu waschen. Danach wollte er nach Meißen fahren. „Anders als berichtet lagen die Leichen nicht über Nacht im Transporter“, sagte der Firmensprecher.
Bei seiner kurzen Pause habe der Fahrer das Fahrzeug abgeschlossen. „Der Fahrer hat alles richtig gemacht“, sagte der Firmensprecher. Trotzdem knackten die Diebe den Transporter und verschwanden unerkannt mit dem Fahrzeug über ein Nachbargrundstück.
Der Geschäftsführer der Städtischen Bestattungswesens Meißen, Jörg Schaldach, bestätigte, dass das Krematorium die Leichen erwartet habe. Immer wieder erhalte das Krematorium Leichen zur Einäscherung aus anderen Bundesländern, weil die Preise dafür hier besonders günstig seien.
Eine Sprecherin der Polizei Brandenburg sagte, man habe mit einer öffentlichen Mitteilung gewartet, um die Angehörigen der Toten zu informieren. Sie müssen nun auf die Ermittlungen hoffen, damit sie bald eine Urne mit der Asche der Gestorbenen bekommen können.
Der Sachschaden wird mit 85.000 Euro beziffert, die Soko Grenze ermittelt.
pol


