Wegen einer Bombenattrappe ist das Amtsgericht Eberswalde (Barnim) für mehrere Stunden evakuiert worden. Am Dienstagmittag gab die Polizei Entwarnung. Zuvor hatte eine Gerichtsmitarbeiterin am Morgen auf einem Treppenabsatz ein Paket entdeckt, wie der Sprecher des Brandenburger Justizministeriums mitteilte.

Kurze Zeit später sah sie zwei Drähte, die aus dem Karton hingen - da hatte die Mitarbeiterin die Schachtel bereits ins Innere des Gebäudes gebracht.

Weil nicht auszuschließen war, dass es sich um Sprengstoff oder einen Brandsatz handelt, evakuierte die alarmierte Polizei das Haus. Rund 20 Bedienstete mussten das Amtsgericht unweit des Stadtzentrums verlassen. Straßen wurden gesperrt.

Der Polizeidirektion Ost zufolge rückten auch Fachleute des Landeskriminalamtes an. Laut Ministerium röntgten Experten eines Entschärfungsteams das Paket. Es stellte sich dann bei weiteren Untersuchungen heraus, dass es harmlos war.

Am Mittag gab die Polizei nach drei Stunden das Amtsgericht wieder frei, die Verkehrssperrungen wurden aufgehoben. Das Paket habe keine Vorrichtung enthalten, die hätte zünden können, sagte ein Sprecher der Polizei. Am Dienstag war demnach keine Verhandlung geplant.

Einen Verdächtigen gibt es bislang nicht. „Entweder haben wir es mit einem Scherzbold oder jemandem zu tun, der Verwirrung stiften wollte“, sagte der Polizeisprecher.

Der Ministeriumssprecher verwies darauf, dass es am Vortag während einer Verhandlung zu einem Eklat gekommen sei. Ein wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte angeklagter Mann habe den Richter beleidigt und sich geweigert, den Saal zu betreten. Dann habe der Mann das Gebäude verlassen.

Ob dieser Vorfall aber im Zusammenhang mit dem verdächtigen Paket steht, sei reine Spekulation, sagte der Sprecher.

dpa/mim