Wenige Tage nach dem Tod eines vier Jahre alten Mädchens in Erkner südöstlich von Berlin sind erste Zeugen vernommen worden. Darunter waren Familienangehörige und Nachbarn, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding, am Dienstag auf dapd-Anfrage sagte. Es hätten sich dadurch aber bislang noch keine „sensationellen Wendungen“ ergeben.

Am Sonnabend hatten Polizisten das getötete Mädchen im Beisein der Mutter entdeckt. Alarmiert worden waren sie laut Scherding von der Großmutter mütterlicherseits, die zuvor von ihrer Tochter angerufen worden war.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die 20-Jährige wegen des Verdachts des Totschlags. Ob die junge Mutter – wie von der „Bild“-Zeitung berichtet – das Kind mit einem Kissen erstickte, wollte Scherding erneut nicht kommentieren.

Entgegen den Planungen wurde die Frau am Dienstag noch nicht vernommen. Die Verteidigung habe die Vernehmung bis auf Weiteres abgelehnt, sagte Scherding. Seit Sonntag befinde sich die Beschuldigte auf richterliche Anweisung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Wenige Tage vor dem Tod des Mädchens hatte das Jugendamt versucht, mit der Mutter zu reden, wie der Landkreis Oder-Spree mitgeteilt hatte. Dabei sei es um die Verbesserung des Kontakts zwischen der Kindsmutter und den Großeltern väterlicherseits gegangen – Hinweise auf eine akute Gefährdung des Mädchens hätten dem Amt nicht vorgelegen.

Erst im Februar war in Hohen Neuendorf nördlich von Berlin ein totes Baby gefunden worden. Die 28 Jahre alte Mutter räumte damals ein, das Kind auf dem Grundstück ihrer Eltern versteckt zu haben. Im Dezember 2011 war in Potsdam ein totes Neugeborenes in einem Garagenkomplex entdeckt worden. Die Mutter ist noch immer unbekannt.

dapd/tj