Mehrere hundert Fluglärmgegner aus Berlin und dem Umland haben am Sonnabend in der Abflughalle des Flughafens Berlin-Schönefeld demonstriert. Mit Plakaten und Aktionen wie Trommeln, Pfeifen und Singen protestierten sie gegen den Fluglärm, den sie vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg befürchten. Sie fordern unter anderem ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Der Flughafen soll am 3. Juni in Betrieb gehen. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis Berlin-Brandenburg (ABB).

Die Demonstration war Teil eines bundesweiten Aktionstages, der zeitgleich auch an den Airports in Frankfurt am Main, Leipzig, München und Düsseldorf veranstaltet wird. Nach Angaben des Berliner Info-Büros gegen Fluglärm richtete sich der Protest in Berlin auch gegen eine dritte Start- und Landebahn, die angeblich für den künftigen Hauptstadtflughafen bereits in Planung ist. Auch die voraussichtliche Drehkreuz-Funktion wird kritisiert. Eine weitere Demonstration ist für den 25. Februar in Berlin angekündigt.

Nach Ansicht des Epidemiologen Eberhard Greiser ist sich die Wissenschaft mittlerweile einig, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Fluglärm und Herz- und Kreislaufkrankheiten besteht. „Das heißt: Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und coronale Herzkrankheiten“, sagte Greiser am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Fluglärm sei vor allem nachts schädlich. Für eine Studie über die Auswirkungen von Fluglärm hatte Greiser Daten von einer Million Versicherten aus dem Raum Köln/Bonn ausgewertet.

dpa/dapd/ap