Der frühere Brandenburger Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) und seine Frau Ingrid wohnen seit Beginn des Jahres in der Seniorenresidenz an der Kastanienallee in Potsdam. „Wir fühlen uns wohl hier“, ließ Stolpe auf Anfrage mitteilen. Das Ehepaar hat nach mehr als 40 Jahren seine Villa am Bogen in Potsdam-West verlassen. Sein neues Zuhause ist eine luxuriöse Wohnanlage mit Havelblick. Das Haus mit 62 Wohnungen wird von der evangelischen Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben. Sie bietet hier laut eigenen Angaben „Wohnen mit Komfort, Service und Havelblick“.

Für das Ehepaar Stolpe ist es keine leichte Zeit: Der Umzug fiel mitten in die Chemotherapie-Phase. Im Herbst 2011 war bei Manfred Stolpe überraschend der Krebs zurückgekehrt, Ärzte stellten Metastasen in der Lunge fest. Mitte 2004 war während seiner Amtszeit als Bundesverkehrsminister Darmkrebs bei ihm entdeckt worden. Er hielt dies damals geheim. Ende 2008 musste Stolpe erneut operiert werden. Es hatten sich Metastasen in der Leber gebildet. Bei Ingrid Stolpe war im gleichen Jahr Brustkrebs diagnostiziert worden.

Mit dem Umzug in das neue Zuhause bleiben die Stolpes selbstständig, wollen aber den Rundum-Service im Haus genießen. Es gibt ein Restaurant mit speziellem Angebot für Mieter, ein Schwimmbad, eine große Sauna, einen Fitnessraum und eine Bibliothek. Die Rezeption ist mit einem Conciergedienst ausgestattet. Und vor allem kann über ein Haustelefon Tag und Nacht Hilfe angefordert werden.

In der nur anderthalb Kilometer entfernt liegenden Villa wohnt künftig die Tochter mit Familie. Stolpes werden nur Besucher in ihrem einstigen Zuhause sein.