Potsdam-West

Anwohner findet Babyleiche auf Garagengelände

In einem Garagenkomplex in Potsdam-West wurde am Freitagmorgen ein in ein Handtuch gewickeltes Baby entdeckt. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Neugeborenen feststellen.

Foto: Steffen Pletl

In Potsdam-West ist am Freitag eine Babyleiche gefunden geworden. Das bestätigte die Polizei. Die Ermittlungen liefen. Ein Notarzt habe nur noch den Tod des Neugeborenen feststellen können, sagte eine Polizeisprecherin. Angaben zur Todesursache und zum Geschlecht des Kindes konnte sie zunächst nicht machen. Die Leiche werde noch untersucht, hieß es. Auch würden in dem Gebiet Spuren gesichert und überprüft.

Ermittler vom Potsdamer Dezernat Schwere Kriminalität sind vor Ort. Die Fundstelle am Ende eines Garagenkomplexes an der Kantstraße wurde abgesperrt. Sie liegt unmittelbar an einer Bahnstrecke unweit des Kaiserbahnhofes und in der Nähe des Parks Sanssouci. Durchaus möglich, dass das Kind aus einem Zug geworfen wurde. Allerdings handelt es sich dabei um reine Spekulation.

Ein Anwohner hatte laut Polizei das in ein Handtuch gewickelte Kind am Morgen um 9.30 Uhr entdeckt. Dort lag es dem Anschein nach noch nicht lange. Es wurden Spezialhunde zum Aufspüren von Leichen und Personen eingesetzt. Am Nachmittag wollten die Ermittler mit einem Foto von dem Handtuch an die Öffentlichkeit gehen, um so möglichst weitere Hinweise zu dem Fall zu erhalten. Bewohner der umliegenden Häuser zeigten sich von dem Fund entsetzt. Der Stadtteil gilt nicht als sozialer Brennpunkt.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) reagierte mit Bestürzung und Fassungslosigkeit auf die Nachricht. „Wenn kleine Kinder sterben, ist das immer das größte Unglück“, sagte er. Einen Tag vor dem Weihnachtsfest könne jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Jakobs bat alle Potsdamer, das Baby in ihre Weihnachtsgebete aufzunehmen.

In der Vergangenheit hatten in Brandenburg immer wieder grausige Funde toter Babys für Schlagzeilen gesorgt. So fanden Polizisten erst im Februar 2011 in Jüterbog (Teltow-Fläming) die Überreste eines Neugeborenen im Garten der Eltern. Die Mutter und ihr früherer Partner müssen sich deshalb vor Gericht verantworten.

2007 hatte eine 17-Jährige in Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) einen Jungen kurz nach der Geburt in der elterlichen Wohnung erdrosselt.

Zwei Jahre zuvor wurden in einer Garage in Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) bei einer Entrümpelung neun Babyleichen entdeckt. Die Mutter wurde später wegen Totschlags zu 15 Jahren Haft verurteilt.