Die Polizei in Königs Wusterhausen (Brandenburg) ermittelt mit Hochdruck in einem Fall von versuchter Kindesentführung. Ein Unbekannter soll am Freitag in Friedersdorf (Dahme-Spreewald) versucht haben, ein achtjähriges Mädchen zum Einsteigen in sein Fahrzeug zu zwingen. Doch das Kind und seine Freundin sollen starken Widerstand geleistet haben, der Mann flüchtete. Die Achtjährige trug nach Polizeiangaben leichte Verletzungen davon. Die Polizei bittet nun um Hinweise zu ähnlichen Angriffen auf Kinder, die noch nicht angezeigt wurden. In jüngster Zeit hat die Polizei in Brandenburg mehrere Hinweise erhalten, denen zufolge Unbekannte Kinder angesprochen haben sollen. Allerdings hatte sich laut Polizei bislang keiner dieser Verdachtsfälle bestätigt. Gleichwohl machen sich seitdem viele Eltern Sorgen, bringen ihre Kinder zur Schule und holen sie auch wieder ab.

Die jüngste versuchte Entführung soll sich am vergangenen Freitag gegen 17 Uhr an der Fürstenwalder Straße in Friedersdorf ereignet haben. Die Achtjährige war in Begleitung eines elfjährigen Mädchens auf dem Weg nach Hause, als ein weißer Transporter neben den Kindern gestoppt haben soll. Den Schilderungen zufolge soll der Fahrer versucht haben, die Achtjährige in sein Fahrzeug zu ziehen. Doch die Elfjährige soll geistesgegenwärtig reagiert haben, indem sie den Unbekannten laut angeschrien, protestiert und schließlich einen Stein in die Frontscheibe des Transporters geworfen habe. Der Erwachsene soll daraufhin von dem Kind abgelassen haben. Er fuhr in Richtung Kreuzung Köpenicker Straße, wo er eine rote Ampel missachtet haben soll, sodass es beinahe zu einem Unfall gekommen sei.

Gegen den Fahrer des Transporters wird jetzt wegen Nötigung und versuchter Freiheitsberaubung ermittelt. Der Unbekannte soll etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß sein, braunes Haar haben und zum Tatzeitpunkt eine schwarze Mütze getragen haben. Den Schilderungen zufolge sprach er Deutsch mit deutlichem Akzent. Bei dem Tatfahrzeug soll es sich um einen weißen Transporter handeln, der einem Volkswagen T4 ähneln soll. Die Polizei bittet etwaige Zeugen des Angriffs an der Fürstenwalder Straße, sich zu melden, und fragt: Wem ist am 19.November in Friedersdorf und Umgebung ein weißer Transporter aufgefallen, der einen Schaden an der Windschutzscheibe aufwies? Hinweise nimmt die Polizei in Königs Wusterhausen unter Tel.: 03375-2700 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Polizei in Brandenburg erhielt allein seit September 29 Hinweise von Angriffen dieser Art, allein im November gab es elf Verdachtsfälle. Ein konkreter Tatverdacht habe sich daraus nicht ergeben, so eine Polizeisprecherin. Eine Ermittlungsgruppe gehe allen Anzeigen „mit Hochdruck“ nach. Zum Teil würden sich die Hinweise mit der Darstellung in aktuellen Kettenbriefen in sozialen Netzwerken zu einem vermeintlichen Fall in Bayern decken. Darin wird vor Unbekannten gewarnt, die Kinder auffordern, in einen weißen Kleinbus zu steigen, da der reguläre Schulbus defekt sei. Dabei handelte es sich laut Polizei um eine Falschmeldung.

In Friedersdorf (Dahme-Spreewald) ist nach Polizeiangaben der Versuch gescheitert, ein achtjähriges Mädchen zu entführen. Dort habe am Samstagabend ein unbekannter Fahrer eines weißen Transporters das Kind gewaltsam in sein Fahrzeug zerren wollen, teilte die Polizeidirektion Süd am Sonntag in Cottbus mit. Die Achtjährige wie auch ihre elf Jahre alte Begleiterin hätten sich jedoch erfolgreich gewehrt. So protestierte das ältere der beiden Mädchen lautstark und warf dem Mann hinterm Steuer einen Stein in die Frontscheibe seines Wagens.

Als der Fahrer daraufhin flüchtete, missachtete er eine rote Baustellenampel, so dass es fast zu einem Unfall mit anderen Fahrzeugen gekommen wäre. Laut Polizei ist er zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß, hat braunes Haar und trug zur Tatzeit eine schwarze Mütze. Der Mann habe Deutsch mit deutlichem Akzent gesprochen. Sein Kleintransporter soll dem Volkswagen T 4 ähneln. Gegen den Flüchtigen wird wegen Nötigung und versuchter Freiheitsberaubung ermittelt. Mögliche Zeugen des Entführungsversuchs wurden dringend aufgerufen, sich bei der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen zu melden (Tel. 03375/2700).