Kriminalität

Taxifahrer am Berliner Hauptbahnhof gekidnappt

Zwei bewaffnete Männer haben in der Nacht zu Sonnabend ein Taxi samt Fahrer aus Berlin nach Schleswig-Holstein entführt. Er konnte fliehen, die Täter wurden gefasst.

Die Entführung eines Berliner Taxifahrers ist am Sonnabendvormittag auf dem Rastplatz „Hüttener Berge“ an der Autobahn A7 noch einmal glimpflich zu Ende gegangen. Fast sieben Stunden lang befand sich der 61 Jahre alte Fahrer in der Gewalt von zwei Männern aus Polen, berichtete die Polizei im schleswig-holsteinischen Rendsburg.

Die 38 und 39 Jahre alten Männer waren in der Nacht zu Sonnabend gegen 2.30 Uhr am Hauptbahnhof in das Taxi gestiegen. Nach längerem ziellosem Umherfahren in der Stadt bedrohten sie den Fahrer mit einer Waffe. Dabei soll es sich nach Angaben der Polizei um ein Gewehr gehandelt haben. Mit der Waffe zwangen sie den Fahrer, auf den Rücksitz umzusteigen. Dann fuhren die beiden Männer mit dem Taxi Richtung Schleswig-Holstein. Knapp sieben Stunden später legten die Täter auf dem Rastplatz an der Autobahn A7 Hamburg-Flensburg einen Tankstopp ein. Dort konnte der Taxifahrer unverletzt fliehen und das Personal an der Tankstelle alarmieren. Die beiden Männer flüchteten daraufhin mit dem geraubten Taxi. „Wir haben sofort eine groß angelegte Fahndung mit zehn Funkstreifenwagen der Landes- und Bundespolizei eingeleitet“, sagte Hauptkommissar Panizzi von der Regionalleitstelle Kiel. „Sie können stolz auf diesen schnellen Erfolg sein.“

Die 20 Beamten fanden das verlassene Taxi eine knappe Stunde später auf einem Parkplatz abseits der Autobahn nahe Owschlag im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Zwei Funkwagenbesatzungen des Autobahnreviers Schleswig konnten die beiden Täter festnehmen. Nach ersten Vernehmungen stand nicht fest, warum sie das Taxi mit dem Fahrer entführten. Sie sollen Sonntag einem Haftrichter wegen räuberischen Angriffs auf einen Kraftfahrer vorgeführt werden.

Die bei den Tätern sichergestellte Waffe war offenbar nicht echt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es keine echte Waffe ist“, sagte ein Polizeisprecher. „Wir werden sie Fachleuten zur Begutachtung übergeben.“ Mit den Ergebnissen der waffenrechtlichen Prüfung ist ebenfalls frühestens an diesem Sonntag zu rechnen.