Macheten-Bande

Fußball-Profi gesteht Spielcasino-Überfällle

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ein weiteres Mitglied der "Macheten-Bande" angeklagt. Der 22-jährige vom Zweitligisten Aue soll Berliner Spielcasinos ausgekundschaftet haben, bevor sie überfallen wurden. Ein anderer Täter kam vom SV Babelsberg.

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Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen ein weiteres Mitglied der so genannten Macheten-Bande Anklage gegen schweren Raubes erhoben. Der 22-Jährige habe über seine Tatbeteiligung bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte Justizsprecher Robert Bäuml am Dienstag. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen Profi-Spieler des Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue.

Dem Spieler wird vorgeworfen, bei einem von insgesamt sieben Überfällen der kriminellen Bande auf Spielcasinos in Berlin beteiligt gewesen zu sein. Dabei soll er in die Spielhalle gegangen sein, um dort die Sachlage zu prüfen. Als seine mutmaßlichen Mittäter den Raub begingen, soll sich der Fußballprofi auf der Toilette befunden haben.

Verein steht hinter seinem Profi

Der Angeklagte war bislang zu keiner Stellungnahme zu erreichen. Bei einer Verurteilung wegen schweren Raubs droht eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren. Allerdings darf er wegen des Geständnisses und der besonderen Umstände seiner möglichen Tatbeteiligung auf eine Strafminderung hoffen.

Erzgebirge Aue stellte sich hinter seinen Profi. „Der Spieler wird weiter trainieren und spielen, wenn ihn der Trainer aufstellt. So lange er nicht verurteilt ist, ist er unschuldig für uns“, sagte FCE-Präsident Bernd Keller.

Komplize ebenfalls Fußballprofi

Die „Machetenbande“, wie die kriminelle Gruppe wegen ihrer brutalen Vorgehensweise mit Hieb- und Stichwaffen genannt wurde, soll im Frühjahr 2011 innerhalb mehrerer Wochen mindestens neun Spielcasinos und Spielotheken überfallen und beraubt haben. Mitte April wurden sechs der mutmaßlichen Räuber im Alter zwischen 17 und 22 Jahren nach einem Überfall auf eine Spielhalle in Wedding auf frischer Tat festgenommen worden. Fahnder hatten einige frühzeitig in Verdacht geratene Mitglieder der Bande zuvor bereit über einen längeren Zeitrum beobachtet.

Unter den Mitgliedern befindet sich auch ein Ex-Spieler des Drittligisten SV Babelsberg . Gegen ihn und weitere Tatverdächtige war ebenfalls Anklage wegen schweren Raubs erstattet worden. Auch der SV Babelsberg hatte sich zunächst hinter den Spieler gestellt und darauf verweisen, dass bis zu einer Verurteilung für jeden Verdächtigen die Unschuldsvermutung gilt.