Brandenburg

Zwei Schulkinder in Bus und Taxi vergessen

Gleich zweimal wurden Schulkinder in dieser Woche in Brandenburg in Fahrzeugen vergessen. Erst nach Stunden wurden sie gefunden. Gegen beide Fahrer ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

Schon wieder ist ein Kind im Land Brandenburg in einem Fahrzeug vergessen worden: Ein sechsjähriger Junge war auf dem Weg von einer Förderschule im Landkreis Oberhavel nach Hause auf der Rückbank in einem Taxi eingeschlafen und dann vom Fahrer übersehen worden, sagte eine Sprecherin des Landkreises Oberhavel am Freitag. Damit wurde ein Bericht des „Oranienburger Generalanzeigers“ bestätigt. Erst nach Stunden konnte das Kind am Mittwoch wohlbehalten seinen Eltern übergeben werden.

Ein ähnlicher Fall hatte sich zur selben Zeit in Cottbus ereignet. Dort musste ein achtjähriger Förderschüler mehr als 15 Stunden lang in einem Wagen des Fahrdienstes ausharren. Gegen beide Fahrer ermittelt die Kriminalpolizei wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

„Das Taxiunternehmen hat sich bei der Familie des Jungen und bei uns entschuldigt“, berichtete die Sprecherin der Kreisverwaltung. Dies sei zwar der erste Vorfall dieser Art, dennoch erwarte man arbeitsrechtliche Konsequenzen für den Fahrer.

Im Taxi waren noch andere Kinder, die alle ausstiegen. An dem 30 Grad heißen Tag hatte der Taxifahrer nach der Tour sein Fahrzeug mit dem Jungen vor seiner Haustür abgestellt. Als der Sechsjährige am Abend immer noch nicht zu Hause war, wandte sich die Mutter besorgt an das Taxiunternehmen. Nach seiner Entdeckung wurde der Junge wohlbehalten den Eltern übergeben.

In dem Cottbuser Fall will die Polizei noch herausfinden, wie es zu dem mehrstündigen Zwangsaufenthalt des Achtjährigen in dem Wagen kam. Dazu würden der Fahrer des Fahrdienstes und der Förderschüler in der kommenden Woche befragt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Der Fahrer hatte den Jungen Mittwochfrüh zu Hause abgeholt und mit anderen Kindern zur Schule gefahren, doch der Achtjährige stieg dort nicht aus. Als er am Nachmittag nicht nach Hause kam, alarmierte die Mutter die Polizei.

Die Beamten entdeckten das Kind nach intensiver Suche dann um 22.15 Uhr im verschlossenen, geparkten Fahrzeug auf einem Cottbuser Firmengelände. Ärzte untersuchten den Jungen, dem es den Umständen entsprechend gut ging, und übergaben ihn seinen Eltern. „Wir wollen wissen, warum der Fahrer den Jungen nicht an der Schule absetzte und ihn vor dem Parken des Fahrzeuges nicht im Wagen bemerkte“, sagte der Polizeisprecher Torsten Wendt. Möglicherweise sei der Junge unaufmerksam gewesen oder habe sich im Auto versteckt.

Derweil entschuldigte sich der Geschäftsführer des Fahrdienstes bei dem Jungen und den Eltern, wie die in Cottbus erscheinende „Lausitzer Rundschau“ schreibt. Der Fahrer, ein erfahrener Kollege, sei vorerst vom Dienst freigestellt worden.