Innenminister in Sanssouci

Friedrich versucht sich als Hobbygärtner

Er grub, wässerte, schnitt, mähte den Rasen und pflanzte drei Apfelbäume. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich stellte im Park Sanssouci seine Gärtner-Qualitäten unter Beweis. In einem Nachrichtenmagazin hatte er den Wunsch geäußert, seinen Job einmal mit dem eines Gärtners tauschen zu können.

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Hans-Peter Friedrich einmal anders: In grüner Latzhose, blau-kariertem Hemd und mit Strohhut rückte der Bundesinnenminister am Mittwoch in Potsdams Park Sanssouci an. Auf dem einst von Preußens König Friedrich II. angelegten Weinberg stürzte sich der bekennende Hobbygärtner in die Arbeit. Der CSU-Politiker pflanzte drei Apfelbäume, kürzte mit einem tuckernden Motormäher das wuchernde Grün einer Wiese und „stäbte“ Weinreben der Sorte Regent an Bambusstöcken hoch. Im März hatte Friedrich in einem Nachrichtenmagazin den Wunsch geäußert, seinen Job einmal mit dem eines Gärtners tauschen zu können.

Daraufhin bot ihm prompt der Berliner Mosaik-Unternehmensverbund eine Einsatzmöglichkeit im benachbarten Brandenburg an – und der 54-Jährige griff zu. Mosaik ist seit mehr als 45 Jahren in der Betreuung behinderter Menschen aktiv und richtet seit 2006 den verwilderten Weinberg des Alten Fritz am Potsdamer Klausberg wieder her. Die Anlage war zu DDR-Zeiten weitgehend dem Verfall preisgegeben.

Fachmännisch grub, wässerte und schnitt Friedrich, während er mit Helfern von Mosaik fachsimpelte. Daheim im oberfränkischen Hof habe er auch vier Weinstöcke und kümmere sich um seine Bäume, berichtete er. Fast wehmütig bemerkte er nach seinem knapp zweistündigen Arbeitseinsatz: „Lust hab' ich immer, Zeit hab' ich nie.“ Noch für dieses Jahr ist eine Gegenvisite der Gärtner von Sanssouci im Innenministerium geplant.