Colibakterien in Babelsberg

Tierkadaver könnten Trinkwasser verseucht haben

Für die Trinkwasser-Verunreinigung mit Colibakterien in Babelsberg sind womöglich tote Kleintiere verantwortlich. Es wurden am Wasserspeicher tote Mäuse und Maulwürfe gefunden.

Die Ursache für die Verunreinigung des Trinkwassers in Potsdam-Babelsberg mit gesundheitsschädlichen Coli-Bakterien ist möglicherweise geklärt. In einem Wasserbehälter auf dem Brauhausberg, aus dem Trinkwasser für Babelsberg eingespeist wird, seien drei tote Mäuse und ein toter Maulwurf gefunden worden, teilte die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) am Samstag mit. Wie die Tiere in den Behälter gelangt seien, werde noch geprüft.

An der Anlage auf dem Brauhausberg würden derzeit Bauarbeiten durchgeführt, teilte die EWP weiter mit. Möglicherweise hätten die Tiere deshalb einen Zugang gefunden. Mehrere Trinkwasser-Proben in den vergangenen Tagen hätten auf den Behälter als Quelle der Verunreinigung hingedeutet. Daraufhin sei der gesamte Inhalt entleert worden. Auf dem Boden des Speichers hätten Mitarbeiter dann die Kadaver entdeckt.

Die Anwohner zwischen Rudolf-Breitscheid-, Plantagen-, Behring- und Karl-Marx-Straße seien weiterhin dazu aufgerufen, das Wasser aus der Leitung abzukochen, sagte die Potsdamer Amtsärztin Karola Linke auf dapd-Anfrage. Da noch weitere Untersuchungen durchgeführt würden und die Ergebnisse immer erst nach 24 Stunden vorlägen, könne frühestens Mitte der kommenden Woche mit einer Entwarnung gerechnet werden. In Babelsberg sind rund 3.700 Haushalte betroffen.

Die Verunreinigung mit den sogenannten coliformen Keimen und Escherichia coli ist seit vergangenem Mittwoch bekannt. Die Keime können zu schweren Magen-Darm-Erkrankungen führen können.

( dpa/toto )