Der Deutsche Wetterdienst hatte am Donnerstgamorgen vor Blitzeis in Berlin und im nördlichen Brandenburg gewarnt. Denn von Südwesten war ein neues Regengebiet herangezogen. "Aufgrund der gefrorenen Böden kommt es zu erhebliche Glatteisbildung auf Straßen und Wegen!", hieß es. Die Empfehlungen lauteten: Vermeiden Sie Autofahrten! Bleiben Sie im Haus! Die Unwetterwarnung galt zunächst bis 8 Uhr und wurde dann bis 12 Uhr verlängert. Am Mittag wurde sie aufgehoben.

Auf Brandenburger Straßen kam es zu Blitzeis-Unfällen. Am frühen Donnerstagmorgen wurde die Autobahn 24 Berlin-Hamburg für drei Stunden in Richtung Hansestadt komplett gesperrt. Bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) hatten sich mehrere Unfälle ereignet, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Zwei Menschen, darunter eine Polizistin, seien verletzt worden. Die Sperrung wurde um 8 Uhr aufgehoben.

Auch auf anderen Brandenburger Straßen kam es zu Behinderungen. Denn der Winterdienst kam vielerorts nicht mehr hinterher und räumte deshalb die linke Fahrspur auf mehreren Strecken nicht, so Polizeiangaben. Im Berufsverkehr gab es mehrere Unfälle. Teilweise sorgten auch umgekippte Bäume und liegengebliebene Lastwagen für Verkehrsprobleme. Die Autofahrer wurden angesichts der schwierigen Straßenverhältnisse gebeten, möglichst vorsichtig oder am besten gar nicht zu fahren.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder) wurden seit Mitternacht rund 20 Unfälle gezählt, davon einer witterungsbedingt, wie ein Polizeisprecher sagte. Schwer verletzt wurde niemand. Es blieb vorwiegend bei Blechschäden. Im Bereich des Polizeipräsidiums Potsdam gab es von Mitternacht bis 6 Uhr 18 Unfälle, davon 4 witterungsbedingt. Zwei Menschen wurden verletzt.

Spiegelglatte Gehwege bei Temperaturen um den Gefrierpunkt machten am Donnerstagmorgen den Fußgängern in Berlin zu schaffen. Sie hatten es besonders dort schwer, wo der Schnee geräumt war. Denn der warme Regen verwandelte solche Strecken in Rutschbahnen. Die Menschen schlidderten nur im Schneckentempo über das Pflaster, viele suchten Halt im ungeräumten Schnee am Rand.

Der Straßenverkehr lief dagegen weitgehend normal. So gab es in der Hauptstadt nach Angaben der Polizei von Mitternacht bis 7 Uhr morgens nur elf Unfälle – weniger als sonst um diese Zeit.

Die Berliner S-Bahn fährt trotz gestiegener Temperaturen auch am Donnerstag nur eingeschränkt. Wie bereits am Mittwoch werden dafür „witterungsbedingte Störungen und erhöhter Instandhaltungsbedarf“ verantwortlich gemacht. Nach Angaben der S-Bahn Berlin gibt es im gesamten Streckennetz Einschränkungen. Viele Linien werden deshalb nur noch im 20-Minuten-Takt bedient.

Der Flugverkehr ist dagegen von und nach Schönefeld und Tegel am Morgen normal. Im Regionalbahnverkehr kommt es vereinzelt zu Verspätungen von wenigen Minuten.

Wie sich das Wetter aktuell entwickelt, sehen Sie unter: www.morgenpost.de/wetter.

dpa/sei