Ein seltener Silberschatz aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist am Dienstag im Cottbuser Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt worden. „Bei Grabungsarbeiten wurden in Cottbus am 28. März 317 neuzeitliche Münzen entdeckt“, sagte Franz Schopper vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Die Münzen sollen noch in diesem Jahr unter anderem in der Slawenburg Raddusch und im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg/Havel ausgestellt werden.
Mitarbeiter einer Grabungsfirma seien in Cottbus-Ostrow zunächst auf eine unscheinbare Scherbe gestoßen, unter der der Schatz verborgen war. „Das Bruchstück gehörte zu einem Aufbewahrungsgefäß, das irgendwann in den rund 230 Jahren seit dem Verbergen des Schatzes zerbrochen war“, sagte Schopper. Ein weiteres Gefäßteil, das gefunden worden sei, könne als Abdeckung gedient haben. Weshalb der Inhaber die Münzen nie mehr aus dem Versteck holte, werde wohl im Unklaren bleiben.
Preußische und sächsische Münzen im Umlauf
Die einst in Cottbus gültigen kursächsischen und preußischen Silbermünzen stammten aus dem Zeitraum von 1678 bis 1778. Minderwertige Münzen, etwa aus dem Siebenjährigen Krieg, fehlten hingegen. „Der Besitzer hatte offenbar auf Wertbeständigkeit geachtet und nur Münzen mit hohem Silberanteil aufbewahrt“, sagte Schopper.
Die Sammlung bestehe überwiegend aus kleinen Nominalen wie beispielsweise 1/24 Taler. „Die Summe des Fundes beträgt etwas mehr als 20 Taler“, sagte Schopper, der zur Einordnung einen Vergleich heranzog: Eine Köchin verdiente um 1695 ungefähr zehn Taler im Jahr. Der heutige Wert des Schatzes sei in Zahlen nicht zu erfassen.
Der Schatz liefere wichtige Erkenntnisse über die damalige Zeit. So könne zum Beispiel daraus geschlossen werden, dass im preußischen Cottbus sowohl preußische als auch sächsische Münzen nebeneinander im Umlauf waren.
Zehn Münzen wurden bereits restauriert
Schopper kennzeichnete den Fund als einen Erfolg der kontinuierlichen archäologischen Arbeit in Brandenburg. Zehn Münzen seien bereits restauriert worden, für die weiteren Geldstücke fehle dem Landesmuseum derzeit jedoch das Geld. Etwa 4000 Euro würden für die restauratorische Arbeit noch benötigt.
Der Silberschatz war bei Arbeiten zur Verlegung einer Fernwärmetrasse geborgen worden. Da sich die Erdarbeiten in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Dorfanger des alten Ostrow befanden, war vom Landesamt für Denkmalpflege mit der Untersuchung eine archäologische Fachfirma beauftragt worden. Der Ort Ostrow war 1498 das erste Mal urkundlich erwähnt und 1874 nach Cottbus eingemeindet worden.
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