Gedenkfeier

Große Anteilnahme für totes Kita-Kind Lilly

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Tagelang hatten die Familie und viele andere Menschen gehofft, dass die kleine Lilly überlebt. Am Freitag hatte die Zweijährige, die in einen Teich gefallen war, den Kampf verloren. Für die Ermittlungen hat die Kripo den Leichnam des Mädchens beschlagnahmt.

Die Anteilnahme ist groß: In der Stadt und in Internetforen herrscht Trauer über den Tod des Mädchens, das während eines Kita-Ausflugs in das eiskalte Wasser eines Teichs in Eberswalde (Barnim) gestürzt war. Gegen eine Erzieherin wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, wie Oberstaatsanwalt Thomas Meyer am Montag sagte. Am Montagnachmittag fand eine Gedenkfeier auf dem Marktplatz statt.

Lillys Tod war am Freitag vom Deutschen Herzzentrum in Berlin mitgeteilt worden. Der Leichnam sei von der Kripo in der Hauptstadt beschlagnahmt worden und solle dort gerichtsmedizinisch untersucht werden, sagte Meyer. Die Staatsanwaltschaft sei dabei, die Umstände des Unglücks vom 8. Dezember 2010 zu rekonstruieren. Dazu würden Zeugen vernommen, unter anderem auch Betreuer, die am Unglückstag bei den Kindern waren.

Auf die 27 Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren hätten neben zwei Erzieherinnen auch zwei Praktikantinnen und eine Aushilfskraft aufgepasst, sagte Meyer. „Wir ermitteln, ob das ausreichend Betreuer waren.“ Die für den Ausflug verantwortliche Erzieherin, gegen die jetzt ermittelt werde, sei im Gegensatz zu ihren Kolleginnen noch nicht befragt worden.

Auch dem anderen zweijährigen Mädchen, das mit Lilly ins Wasser gefallen war, solle vorerst kein Besuch abgestattet werden. Die Kleine war in ein Eberswalder Krankenhaus gebracht worden, hatte sich erholt und ist wieder bei ihren Eltern.

Der Gesundheitszustand von Lilly galt von Anfang an als sehr kritisch. Tagelang lag sie in der Berliner Klinik im Koma und war an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Das stark unterkühlte Mädchen sollte langsam wieder aufgewärmt werden – erfolglos.

Alle Erzieherinnen der städtischen Kita seien krankgeschrieben, sagte die Sprecherin der Stadt Eberswalde, Britta Stöwe. Kolleginnen aus anderen Einrichtungen seien nach dem Unglück eingesprungen, um den Kita-Betrieb aufrechtzuerhalten. „Bei den Eltern gab es eine sehr große Betroffenheit“, sagte Stöwe.

Die Stadtverwaltung habe den Eltern von Lilly angeboten, die Beerdigungskosten zu übernehmen. Stadt und Kita stünden in einem engen Austausch. „Es geht jetzt vor allem um die Aufarbeitung“, sagte Stöwe.

Die Kita besuchen ihren Angaben zufolge 88 Kinder, die in der Regel von zehn Erziehern, zwei Praktikanten und einer weiteren Kraft betreut würden. An der für den späten Montagnachmittag auf dem Eberswalder Marktplatz geplanten Gedenkfeier wolle auch Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) teilnehmen.

„Wir sind sehr erschüttert darüber, dass Lilly es nicht geschafft hat“, teilte Boginski auf der Internetseite der Stadt mit. „Wir alle haben gemeinsam mit unzähligen Menschen in unserer Stadt und aus ganz Deutschland gehofft und gebangt – leider vergebens.“

( dpa/toto )