Nach Kita-Ünglück

Im Eis eingebrochene Lilly ist tot

Nach dem tragischen Unfall bei einem Kita-Ausflug in Finow ist die zweijährige Lilly in Berlin gestorben. Auf eine Erzieherin kommen nun Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung zu.

Foto: schroeder / Thomas Schroeder

Es gab keine Hoffnung mehr: Die zweijährige Lilly ist tot. Das am Mittwoch vergangener Woche in Eberswalde (Landkreis Barnim) im Eis eingebrochene Mädchen ist am Freitag im Deutschen Herzzentrum in Berlin gestorben. Der Ärztliche Direktor Roland Hetzer stellte den Tod des Kindes fest, wie das Zentrum am Abend mitteilte.

Das Mädchen, das seit Tagen im künstlichen Koma lag und an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wurde, war nach Informationen von Donnerstag bereits hirntot. Die Sprecherin des Herzzentrums, Barbara Nicolaus, hatte erklärt, weitere Untersuchungen zur Hirntod-Diagnostik stünden aus. Einzelheiten nannte das Krankenhaus am Freitag nicht.

Die Eltern der kleinen Lilly hatten schon vor mehreren Tagen die Entscheidung getroffen, dass lebenserhaltende Maschinen abgeschaltet werden sollen, sollte die Diagnose auf Hirntod lauten.

Bei dem tragischen Unglück am 8. Dezember waren mehr als 20 Kinder und fünf Betreuer der Kita „Kunterbunt“ in zwei Gruppen auf einem Spaziergang in Finow, als sich das Unglück nur gut 200 Meter von der Kindertagesstätte ereignet hatte. Aus noch ungeklärter Ursache waren Lilly F. und die gleichaltrige Liz L. unbeaufsichtigt zu einem zugefrorenen, mit Schnee bedeckten Weiher gelangt und im Eis eingebrochen.

Lilly war untergetaucht und wurde nach der Rettung per Hubschrauber zunächst in die Charité, Campus Virchow-Klinikum in Wedding, geflogen und dann ins Herzzentrum verlegt. Dort war es langsam wieder aufgewärmt worden. Der Gesundheitszustand der Zweijährigen galt von Anfang an als sehr kritisch. Das andere Mädchen, die ebenfalls zweijährige Liz L., hatte dagegen großes Glück. Das Mädchen, das mit Lilly in das eisige Wasser gefallen war, wurde mit einer Unterkühlung im Eberswalder Krankenhaus behandelt, konnte aber bereits nach zwei Tagen wieder entlassen werden.

Die Staatsanwaltschaft Eberswalde ermittelt momentan gegen eine Kita-Erzieherin wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. „Wir haben noch keine offizielle Bestätigung über den Tod des Mädchens“, hatte Oberstaatsanwalt Thomas Meyer am Freitagnachmittag gesagt. In diesem Fall würde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.