Einen Tag nach der spektakulären Sprengung einer Bombe in Potsdam sind am Freitag in Oranienburg gleich zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht worden. „Alles ist wie geplant gelaufen“, sagte Stadtsprecher Björn Lüttmann. Die Sprengung erfolgte am Mittag. Dass zwei Bomben zur gleichen Zeit unschädlich gemacht wurden, sei in den vergangenen Jahren nicht vorgekommen.
Die beiden je 250 Kilogramm schweren Blindgänger waren am alten Flugplatz in der stark von Kriegshinterlassenschaften betroffenen Stadt im Kreis Oberhavel entdeckt worden. Zur Sicherheit war ein Sperrkreis im Umkreis von einem Kilometer eingerichtet worden. Rund 800 Menschen waren davon betroffen.
Während der Arbeiten war auch die Bundesstraße B96 zwischen den Abfahrten Oranienburg-Birkenallee und Leegebruch gesperrt worden. Starke Verkehrsbehinderungen habe es wegen einer eingerichteten Umleitung aber nicht gegeben, sagte eine Polizeisprecherin.
Erst am Donnerstag war in Potsdam eine Bombe gesprengt worden - erstmals in der Nuthe. Das Ereignis war weithin zu sehen und zu hören: Es gab einen Knall und eine riesige Fontäne, die Dreck und Schlamm in die Luft schleuderte. Um den Detonationsdruck zu mildern, waren rund neun Tonnen festgepresstes Stroh auf die Bombe ins Wasser gelegt worden.
In Oranienburg werden immer wieder Kriegsbomben entdeckt und unschädlich gemacht. Regelmäßig müssen die Menschen Häuser und Arbeitsstätten verlassen. Über der 42.000 Einwohner zählenden Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als 10.000 Bomben abgeworfen. Nach einem Gutachten hatte die Hälfte von ihnen einen chemischen Langzeitzünder, von denen rund zehn Prozent nicht gezündet sind.
dpa/mim



