Die Vorwürfe gegen den beurlaubten Hochschulprofessor und Ex-Staatssekretär Markus Karp sorgen weiter für Auseinandersetzungen in der Brandenburger Politik. Laut Potsdamer Wissenschaftsministerium stehen dem Land rund 90.000 Euro aus einem „Versorgungszuschlag“ zu, die die Stadtwerke Wolfsburg als Karps derzeitiger Arbeitgeber als Beiträge für seine spätere Pension zu zahlen hätten. Karp hingegen sagt, bei seiner Beurlaubung von seiner Professur an der Technischen Hochschule Wildau Anfang 2006 habe er auf sämtliche Versorgungsansprüche verzichtet.

Zuvor waren gegen Karp auch Vorwürfe laut geworden, er habe Mitarbeiter der Stadtwerke für CDU-Wahlkämpfe eingesetzt. Auch soll er laut Ministerium Nebeneinkünfte aus seiner Tätigkeit im Oberbürgermeister-Wahlkampf in Brandenburg/Havel nicht angezeigt haben. Deswegen prüft das Wissenschaftsministerium die Einleitung eines Disziplinarverfahrens. Brandenburgs SPD-Generalsekretär Klaus Ness forderte von der CDU Aufklärung. Karp ist derzeit Vorsitzender des Vorstandes der Stadtwerke Wolfsburg und dort wegen der ungeklärten Vorwürfe beurlaubt.

Laut Potsdamer Wissenschaftsministerium müssten die Stadtwerke für Karps spätere Beamtenpension 30 Prozent seines letzten Professoren-Verdienstes an das Land zahlen. Ministeriumssprecherin Antje Grabley sagte, die TH Wildau habe es versäumt, von den Stadtwerken Wolfsburg diesen Versorgungszuschlag einzufordern. Gegen Karp ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Anfangsverdachts der Untreue. Er soll einen Mitarbeiter der Stadtwerke für den CDU-Wahlkampf in Wolfsburg eingesetzt haben, teilte sie auf Anfrage mit. Zu den Untreue-Vorwürfen äußerte sich Karp am Freitag nicht.

dpa/dapd