Diebstahl

Rocker sollen Daten von Speers Laptop besitzen

Der Computer von Brandenburgs Innenminister Rainer Speer soll im vergangenen Jahr aus dem Kofferraum seines Dienstwagens geklaut worden sein. Die Daten sind laut einem Bericht des "Spiegel" nun im Rocker-Milieu aufgetaucht.

Innenminister Rainer Speer (SPD) gerät weiter unter Druck. Der "Spiegel" berichtet, dass Dateien von einem verschwundenen Laptop mit persönlichen Daten des Ministers bei Rockern im Halbwelt-Milieu aufgetaucht sein sollen. Speer steht seit Wochen in der Kritik, weil er als Finanzminister ein Grundstück in Potsdam möglicherweise zu günstig veräußert hat. Er selbst bestreitet diese Vorwürfe, die die Opposition erhebt.

In dem nun veröffentlichtem Artikel geht es um einen Laptop, der am 30. Oktober vergangenen Jahres angeblich aus dem Dienstwagen des damaligen Finanzministers Speer entwendet worden war. Speer war damals als Unterhändler für die Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei unterwegs. Der Computer, der sich in einem Aluminiumkoffer befand, soll aus dem Kofferraum des Dienstwagens gestohlen worden sein, als Speer das Auto für eine halbe Stunde verlassen hatte. Die Polizei fand hinterher allerdings keine Einbruchsspuren. Doch der Koffer samt Laptop galt von diesem Tag an als verschwunden. Das Ermittlungsverfahren wurde später ergebnislos eingestellt. Laut "Spiegel" tauchten Dateien von diesem Laptop Ende Juni in Rockerkreisen auf. Speer hatte in der Zwischenzeit das Ressort gewechselt, war nicht mehr Finanz-, sondern Innenminister - und als solcher zuständig für die Bekämpfung der Rockerkriminalität. Der "Spiegel" stellt nun die Frage, ob Speer durch den entwendeten Laptop erpressbar wird. Speer sagte selbst: "Ich bin nicht erpressbar."

Die Dateien könnten Grundlage für Vorwürfe sein, die die Opposition in der Grundstücksaffäre Krampnitz erhebt. Das ehemalige Kasernengelände wurde für 4,1 Millionen Euro an Investoren verkauft - möglicherweise weit unter Wert. Gutachter kamen kurz nach dem Grundstücksgeschäft zu dem Ergebnis, dass das Areal einen Wert von 25 Millionen Euro hat. Speer widerspricht dieser Darstellung. Er hält das Geschäft für rechtens. Nun gibt es die Vermutung, dass die Vorkommnisse der letzten Wochen mit dem entwendeten Laptop zu tun haben. Immer wieder tauchten neue Vorwürfe auf. So war offenbar beim Verkauf des Grundstücks unklar, wer sich hinter der Firma TG Potsdam verbarg. Es war nicht wie von Speer beim Verkauf des Areals im Hauptausschuss angegeben die solvente Thylander Gruppe. Dann wurde eine umstrittene Parteispende eines Unternehmers an die SPD bekannt, die knapp unter der meldepflichtigen Höhe von 10.000 Euro lag. Diese Vorwürfe erhöhten den Druck auf Speer, also auf den Mann, der enger Vertrauter von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ist.