Davor warnt zumindest der ADAC. Dennoch registriert das Potsdamer Ordnungsamt vermehrt "grobe Parkverstöße" und kündigt verstärkte Kontrollen an. Auch in anderen Kommunen des Landes sorgen die wild abgestellten Fahrzeuge regelmäßig für Ärger. Ein Schwerpunkt ist auf jeden Fall der Raum um Berlin und Potsdam, berichtet Marek Rothe, Leiter des Forstbetriebsteils Belzig. "Allein auf der Straße zwischen Krampnitz und Sacrow, nördlich von Potsdam, verwarnen wir bis zu 200 Autofahrer an einem Tag." Mit dem Auto in den Wald: Das ist genauso wie offenes Feuer strikt verboten. "Das kostet schnell mehrere hundert Euro." Bei hoher Waldbrandgefahr sei der Übergang von der Ordnungswidrigkeit zur Straftat fließend. "Im Extremfall können bis zu 20 000 Euro fällig werden."

Absolutes Waldverbot für Autos

Rothe empfiehlt wie auch der ADAC, auf jeden Fall die letzten Kilometer bis zur Badestelle mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. "Jede Infrastruktur für Autos geht an den Wochenenden in die Knie." Das Parkangebot reiche nicht aus. "Und wenn ein Parkplatz dicht ist, dann ist es auf dem Land wie in der Stadt: Dann müssen sie weiterfahren." So einsichtig sind aber eben nicht alle Autofahrer. Olaf Landsberg verfolgt in Templin die Ordnungswidrigkeiten, die in den Wäldern im Nordosten des Landes begangen werden. "85 Prozent aller Fälle haben mit Autos zu tun." Eine beliebte Ausrede sei regelmäßig: "Es stand ja nirgendwo ein Schild." Dabei müsse das absolute Waldverbot für Privatautos doch mittlerweile jeder kennen, sagt Landsberg.

"Besonders kritisch wird es, wenn die Leute Zufahrtswege zuparken", meint Ralf Rüthnick, Abteilungsleiter im Landesbetrieb Forst Brandenburg, mit Blick auf die hohe Waldbrandgefahr. Die Kontrollen seien darum in den vergangenen Jahren verstärkt worden. "Wir schicken vermehrt Leute raus." Ein Teil der rund 1000 Waldarbeiter sei extra geschult und qualifiziert worden, um Ordnungswidrigkeiten dieser Art aufzunehmen.

Auch am Frankfurter Helenesee haben Ordnungshüter und Förster gut zu tun. Bei sonnigem Wetter kommen an einem Tag schon mal 10 000 Menschen ans Wasser. "Im Verhältnis sind es dafür aber sehr wenige, die falsch parken", sagt der Leiter des Ordnungsamtes, Wolfgang Wessely. "Dabei gibt es ausreichend Parkplätze, doch sie werden noch nicht einmal alle genutzt." Wenn Durchfahrten oder Waldwege blockiert werden, werden die falsch geparkten Autos auch abgeschleppt.

Meist nur 15 Euro Strafe

In Frankfurt (Oder) und in der Region gehen die Ordnungshüter regelmäßig Streife. "Seitdem wir kontrollieren, ist die Situation besser geworden", sagt Kerstin Chilla vom Amt Lieberose/Oberspreewald. Dabei verhängt das Ordnungsamt an Straßen meist nur ein Verwarngeld von 15 Euro, manchmal auch etwas mehr. "Manch einer sagt sich da leider: Dafür stehe ich wenigstens im Schatten." Das seien aber zum Glück nur die wenigsten.

Trotz Ärger und Sorgen: Rüthnick vom Landesbetrieb Forst sieht in den vielen Besuchern in Brandenburgs Wäldern auch Vorteile: "Letztlich sind sie es meist, die uns über Waldbrände informieren." Dadurch, dass heutzutage nahezu jeder mit Handy im Wald sei, könne schneller als früher reagiert werden.

dpa