Die Hitze am Tag ist für mich bislang gut auszuhalten. Damit komme ich erstaunlich problemlos zurecht. Schwieriger wird es erst in der Nacht – wobei es zunächst noch recht angenehm war. Es blieb kühl genug, die Decke konnte dünn bleiben oder ganz weg, und ich habe mich nicht viel hin und her gewälzt, sondern tatsächlich gut geschlafen.
Ich kenne diese Temperaturen aus anderen Gegenden. Auf Kreta war ich dreimal im Juli oder August, dort steigen die Werte schnell und zuverlässig auf über 40 Grad. Das Meer macht vieles erträglicher, aber nach einer Woche war ich jedes Mal erschöpft. Und war dann ehrlich gesagt froh, wieder in Berlin zu sein.
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In solchen Situationen stellen die Menschen, soweit es möglich ist, ihren Alltag radikal um. Genau das versuche ich jetzt auch in Berlin. Morgens um fünf Uhr ist die Welt nicht nur in Ordnung, sie ist schlicht wunderschön. Die Temperaturen sind dann noch angenehm, fast freundlich. Spaziergänge werde ich in den kommenden Tagen konsequent in die frühen Morgenstunden legen. Vielleicht nehme ich mir eine Kanne Kaffee mit an den Lietzensee, vielleicht eine Klappstulle und viel Obst. Eine Zeitung dazu – mehr braucht es eigentlich nicht.
Schatten und Grün sorgen in der Stadt für Abkühlung
Einkäufe lassen sich so ebenfalls entspannt erledigen: Obst, Getränke, leichte Sachen für den Tag, ein bisschen Salat, ein Joghurt. Reicht. Bier muss ich nicht schleppen, Wein auch nicht. Alkohol lasse ich bei diesen Bedingungen ohnehin besser weg – er bekommt mir bei der Hitze nicht gut. Auch vormittags lässt es sich noch aushalten, etwa unter dem Sonnenschirm im Bootshaus am Lietzensee. Wobei selbst dort später nur noch eines gilt: Es ist warm. Sehr warm.
Die „Kastanie“ ist ein schöner Biergarten, und in den Straßen rundherum ist es meist ein paar Grad kühler. Der Baumbestand macht den Unterschied. Man merkt sofort, wie sehr Schatten und Grün die Stadt entlasten.
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Ich bin dankbar, dass ich nicht mehr zur Arbeit, zur Uni oder zur Schule muss. Nicht alle können ihren Tagesablauf jetzt so flexibel an das Wetter anpassen. Wenn es irgendwie geht, sollte man es trotzdem versuchen. Wer einen Garten mit alten Bäumen hat, hat gerade einen Sechser im Lotto gewonnen. Zwar muss dort gegossen werden, aber dafür bleibt es vergleichsweise kühl und erträglich.
Im Zweifel hilft nur: Raus aus der Wohnung oder bei Freunden unterkommen
Ganz anders sieht es in dicht bebauten Straßen aus, etwa am Kaiserdamm. Dort, wo sich Beton, Asphalt und Häuser aufheizen, speichert sich die Hitze den ganzen Tag. Ohne Klimaanlage wird es dort schnell sehr belastend. Im Zweifel hilft nur: Raus aus der Wohnung oder bei Freunden unterkommen. Wer jetzt zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag shoppen geht, macht sich das Leben unnötig schwer.
Gleiches gilt für intensiven Sport in der größten Hitze des Tages. Irgendwann zieht es einen doch wieder in die Wohnung zurück. Die Gardinen helfen ein wenig, und der neue Ventilator vom Discounter war eine gute Anschaffung. Dann heißt es: dösen, vielleicht ein Mittagsschlaf, lesen oder Filme in der Mediathek schauen – nur nicht hinaus in die aufgeheizte Stadt. Am Abend wird es hoffentlich wieder erträglicher. Vielleicht schmeckt dann um 21 Uhr doch das erste Hefeweizen wieder. Und wenn nicht – auch das geht vorbei.
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Es wird ernst, die Hitze ist nicht harmlos
Denn um mehr geht es in diesen Tagen auch nicht: durchkommen. Es wird ernst, die Hitze ist nicht harmlos. Sie ist lebensgefährlich. Leider sterben jedes Jahr Menschen an den Folgen extremer Temperaturen.
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Drei Wünsche bleiben mir noch: Denkt an ältere Menschen, an Kranke und an diejenigen, die besonders gefährdet sind. Wer helfen kann, sollte es tun – ein Einkauf oder ein kurzer Besuch kann schon viel ausmachen. Für obdachlose Menschen wird die Lage jetzt besonders gefährlich. Wasser, kleine Hilfen, vielleicht auch ein wenig Geld – all das kann in diesen Tagen überlebenswichtig sein. Selbst kleine Flaschen Sonnencreme können einen Unterschied machen.
Und zuletzt: Achtet auf eure Tiere. Aber das versteht sich eigentlich von selbst. Kommt gut durch diese Tage. Und vielleicht zeigt der Sommer ja irgendwann wieder seine angenehmere Seite.
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