Wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Sagte ich lautlos in Richtung eines Arztromans an einem Kiosk. Die gibt es noch? Billiges Papier, wie seit eh und je. Auf dem Umschlag das Foto eines Mannes in einem Arztkittel, der niemals Arzt ist. Sondern wahrscheinlich ein Schauspieler, der noch einen kleinen Moment vor dem großen Durchbruch steht. Eine hübsche Frau sieht den Nicht-Arzt verheißungsvoll an. Die Hübsche soll die Patientin sein. Sie hat aber zum Glück nichts, vor allem nichts Schlimmes.

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Wer liest denn so was, denke ich, so lange blasiert, bis mir einschießt, was ich momentan nicht aufhören kann anzugucken. Die Krankenhausserie „The Pitt“ spielt in einer Notfallambulanz in einem großen Krankenhaus in Pittsburgh. Ständig spucken Leute Blut, verdrehen die Augen oder wollen ihren Hund mit hinter den Behandlungsvorhang nehmen. Mit jeder und jedem Einzelnen des medizinischen Teams möchte ich befreundet sein.

Einsatz mit KATRETTER-App: Ärzte retten Leben in der Nachbarschaft

Sie rufen ständig Dosierungen von Medikamenten, Blutdruckwerte und Sauerstoffsättigungen. Nebenher geht es um Selbstvertrauen, Familie, Heimat, aber auch um körperliche, entstehende und zerbrechende Liebe. Wie in einem verfilmten Arztroman, könnte man meinen. Wenn ich nicht Konsequenzen für das echte Leben gezogen hätte. Die Berliner Feuerwehr bietet die KATRETTER-App an. Wer sich meldet, wird alarmiert, wenn in der unmittelbaren Nachbarschaft jemandem das Herz stehen bleibt.

Momentan diskutiere ich mit mir, ob ich mich an zukünftigen Einsatzorten als Dr. Michael Robinavitch vorstelle. Wie der Serienheld in „The Pitt“. Oder ob ich mich – wie er – der Einfachheit halber „Dr. Robby“ nenne. Ganz sicher wird mich niemand für einen Schauspieler halten, der eigentlich nur für das Deckblatt eines Arztromans fotografiert werden sollte. Eher für einen Herrn in den besten Jahren, dem leider langsam die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

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