Zwei Stunden 51 Minuten saßen wir 2025 durchschnittlich in Deutschland vor den Fernsehgeräten. Wie sah es aber 1965 während meiner Kindheit aus? Leider gibt es keine konkreten Zahlen dazu. Für die USA immerhin liest man, dass man damals durchschnittlich etwa 5,5 Stunden täglich fernsah. In Altenholz bei Kiel zumindest waren es deutlich weniger. Fernsehen in der Kindheit, mein zweiter Teil dazu.

„Lassie“ und „Fury“, „Rin Tin Tin“ und „Flipper“ müssen erwähnt werden, das guckten damals eigentlich alle Kinder, sofern die Eltern bereits ein Fernsehgerät besaßen und „Westfernsehen“ empfangen konnten. „Die Muminfamilie“ der Augsburger Puppenkiste stand bei Kindern hoch im Kurs, 1961 folgten „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“.

Ich selbst hatte andere Favoriten, durfte sie nur nicht immer sehen. Fernsehen war zeitlich reglementiert und sollte auch altersgerecht sein. „Mutter ist die allerbeste“ war harmlos, ebenso „Mr. Ed, das sprechende Pferd“. „Rauchende Colts“ mit Marshal Matt Dillon war keine klassische Kinderserie, viele erinnern sich dennoch an seinen Deputy Festus Haggen. Und schmunzeln. Oder an „Kobra, übernehmen Sie“, vielleicht sogar an „Solo für O.N.C.E.L“. Yancy Derringer war übrigens auch cool, obercool aber war sein Begleiter Pahoo-Ka-Ta-Wah.

Legendäre TV-Momente: Mondlandung und Kennedy-Attentat prägen Generation

Ich habe Freunde und Bekannte nach ihren damaligen Sehgewohnheiten und Erinnerungen gefragt. Raten Sie doch mal, wer oder was da ganz weit vorn lag?

Sport mit Papa auf dem Sofa („Ich war immer seine Fernbedienung“). Besonders einige Fußballspiele und ein weltberühmtes Tor, Jahre später dann Boxkämpfe mitten in der Nacht. Schön: Im Juli 1969, um 3:54 Uhr, ebenfalls also mitten in der Nacht, heißer Kakao von Mutti, und alle sahen die Mondlandung. Auch an die Fassungslosigkeit und die Tränen jenes Abends erinnern wir uns alle: das Attentat auf den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy 1963. Sogar der Beginn der „Tagesschau“ verschob sich um einige Minuten. Die Welt weinte bei seiner Beerdigung kollektiv am Bildschirm.

Ich habe damals nicht immer alles verstanden, war zu jung, erahnt habe ich Politik aber jeden Sonntag, wenn mein Vater den „Internationalen Frühschoppen“ mit Werner Höfer regelmäßig schaute. Lange nicht alle Sendungen hat mein Vater aber gesehen, von 1952 bis 1987 waren es immerhin 1874 Folgen. Stark war auch Günter Gaus, engagiert waren die politischen Magazine. Und die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ war beides, außerdem auch sehr humorvoll. Sammy Drechsel, Klaus Havenstein, Dieter Hildebrandt und andere wurden später zu Leuchttürmen für einen jungen Menschen wie mich.

„Bonanza“ begeistert Generationen mit Familiengeschichten und Western-Action

Meine Schwester Adelheid ist sieben Jahre älter als ich. Sie war Fan von Adam. Ben war mir meist zu streng, obwohl er es als alleinstehender Vater von drei Jungs nicht leicht hatte. Früh war die Ehefrau und Mutter verstorben. Adams jüngere Brüder waren Hoss und Little Joe. Klar, dass „Bonanza“ ein Western war. Und da ging es auch zur Sache. Oft aber war es eine warmherzige Familienidylle. 1959 wurde die Serie das erste Mal in Amerika ausgestrahlt, schaffte es 1962 über den großen Teich zu uns. In 14 Jahren wurden 431 Folgen gedreht, alle wurden unendliche Male wiederholt. Mein Liebling war damals übrigens keiner der Hauptdarsteller, sondern Hop Sing, der chinesische Koch.

„Musik aus Studio B“, „Was bin ich?“, heimlich die Edgar-Wallace-Filme, „Daktari“, „Winnetou“, die „Sesamstraße“, „Disco“ und die „Hitparade“ – haben wir Überschneidungen bei unseren Lieblingssendungen? Oder ist es bei Ihnen ab Mitte der 1950er-Jahre das „Fernsehspiel“ gewesen? War es „Da lacht der Bär“ oder „Willi Schwabes Rumpelkammer“ oder „Ein Kessel Buntes“? Ost oder West?

Und unabhängig von gesellschaftlichen Prägungen und politischen Ansichten, sind sich hier fast alle einig: „Pan Tau“ ist Kult. Tschechische Märchenfilme sind schön(er), Herr Fuchs und Frau Elster, Taddeus Punkt, Meister Nadelöhr und Bummi, Flax und Krümel, Schnatterinchen und Pittiplatsch sind die eigentlichen gesamtdeutschen Stars. Das Sandmännchen (Ost) war einfach besser – und hat sich deshalb auch durchgesetzt.

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