Das Nationalarchiv der USA hat die bislang letzten unveröffentlichten Dokumente über den Mord am früheren US-Präsidenten John F. Kennedy veröffentlicht. Kennedy wurde am 22. November 1963 ermordet, um seinen Tod ranken sich noch immer zahlreiche Mythen. Der Schritt erfolge in Übereinstimmung mit der Anordnung von Präsident Donald Trump, erklärte das Nationalarchiv mit Sitz in Washington am Dienstagabend auf seiner Webseite. Dort fanden sich am Dienstagabend (Ortszeit) mehr als 1.100 PDF-Dokumente. Die neue Veröffentlichung umfasse etwa 80.000 Seiten zuvor als geheim eingestufter Dokumente, die nun ohne Schwärzungen veröffentlicht würden, teilte das Büro der US-Geheimdienstkoordination mit. Es ist unklar, ob diese Dokumente neue Erkenntnisse über das Attentat liefern. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Trumps Anordnung sieht die „vollständige und uneingeschränkte Freigabe“ der Akten zu John F. Kennedys Ermordung vor, also auch ohne die Schwärzungen, die er noch bei einer Freigabe 2017 in seiner ersten Amtszeit akzeptierte. „Es ist im nationalen Interesse, endlich alle Aufzeichnungen in Zusammenhang mit diesen Ermordungen unverzüglich freizugeben“, hieß es in der Anordnung vom Januar. 

Attentat auf John F. Kennedy: Vieles bekannt, trotzdem wird gerätselt

Um das Attentat auf den charismatischen US-Präsidenten, das damals weltweit Fassungslosigkeit ausgelöst hatte, ranken sich bis heute zahlreiche Verschwörungstheorien. Das Nationalarchiv hatte in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Dokumentseiten über die Ermordung des Demokraten freigegeben. Tausende Unterlagen waren jedoch auf Antrag des Auslandsgeheimdienstes CIA und der Bundespolizei FBI wegen Bedenken zur nationalen Sicherheit unter Verschluss geblieben.

US-Präsident John F. Kennedy
John F. Kennedy galt vielen Amerikanern als Hoffnungsträger. © DPA Images | Bill Achatz

Historiker untersuchen nun die neuen Dokumente – es dürfte aber etwas dauern, bis diese Arbeit vollendet ist. Dass die Dokumente bahnbrechende Enthüllungen über das Attentat bringen werden, wird eher nicht erwartet. 

Noch vor Kennedy: Auch Martin Luther King wurde erschossen

Kennedy war im texanischen Dallas bei einer Fahrt im offenen Wagen von Schüssen tödlich getroffen worden. Eine offizielle Untersuchung war nach seinem Tod zu dem Ergebnis gekommen, dass der 46-Jährige von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde. 

1968, fünf Jahre nach dem Attentat auf „JFK“, fiel auch Robert F. Kennedy einem Attentat zum Opfer: Er wurde in der Nacht zum 5. Juni 1968 in Los Angeles niedergeschossen und erlag einen Tag später seinen Verletzungen. Zu diesem Zeitpunkt war er aussichtsreicher Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei und auch auf den Wahlsieg.

Der Pastor und Bürgerrechtler Martin Luther King war zwei Monate zuvor, am 4. April 1968, in Memphis ermordet worden. James Earl Ray war wegen der Ermordung verurteilt worden und starb 1998 im Gefängnis – doch Kings Kinder hatten in der Vergangenheit Zweifel geäußert, ob Ray wirklich der Täter war.

lro/AFP/dpa