Sie ist nach dem heiligen Christophorus benannt und wurde 1903 am Marktplatz Friedrichshagen eingeweiht. Nun wird die Christophoruskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Friedrichshagen mit einer besonderen Auszeichnung bedacht. So erhält die Backsteinkirche an der Bölschestraße die Ferdinand-von-Quast-Medaille, den Berliner Denkmalpreis 2026. Am 25. November wird Bausenator Christian Gaebler (SPD) den Preis an Dr. Matthias Dettloff überreichen, der die Kirchengemeinde als Vorsitzender des Bauausschusses vertritt.
Auch interessant
Ausschlaggebend für die Preisvergabe ist die denkmalgerechte Sanierung des Altarbildes der Christophoruskirche, die in den Jahren 1901 bis 1903 nach einem Entwurf des Architekten Jürgen Kröger als Ersatzbau für die frühere Dorfkirche errichtet wurde. „Der neogotische Bau prägt bis heute in besonderer Weise das Ortsbild von Friedrichshagen“, heißt es in einer Mitteilung des Landesdenkmalamts.
Berlin-Friedrichshagen: Denkmalpreis für die Christophoruskirche
„Das Innere ließ Kröger mit aufwendigen Wandmalereien ausgestalten, die jedoch in späterer Zeit schlicht überfasst wurden. Dass die bauzeitliche Darstellung des Letzten Abendmahls im Altarraum heute wieder sichtbar ist, verdankt sich dem besonderen Einsatz der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Friedrichshagen“, begründet das Landesdenkmalamt Berlin seine Entscheidung.

Die Bereitschaft, die ursprüngliche Bemalung im Sinne der Denkmalpflege zurückzugewinnen, sei an sich schon bemerkenswert. „Außergewöhnlich ist jedoch, dass die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinde den Entschluss zur Freilegung in dem Bewusstsein trafen, dass das Wandbild nicht in seiner einstigen Farbintensität und Tiefe erscheinen und in Teilen unvollständig bleiben würde.“
Besonderes Engagement der Evangelischen Kirchengemeinde wird hervorgehoben
Die Komplexität des Vorhabens habe sowohl im Vorfeld als auch während der Ausführung zahlreiche Abstimmungen mit den Denkmalbehörden und den beteiligten Restauratoren erfordert. „Diesen Prozess wie auch das gesamte mehrjährige Sanierungsprojekt der Kirche haben die Verantwortlichen mit großem Engagement begleitet“, hebt das Landesdenkmalamt hervor.
Auch interessant
Mit der Entscheidung für die Freilegung und Restaurierung der historischen Wandgemälde habe die Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Friedrichshagen einen „wichtigen Beitrag“ dazu geleistet, den „gestalterischen Höhepunkt der ursprünglichen künstlerischen Kirchenausmalung“ wieder erlebbar zu machen.
Umfangreiche Modernisierung in den vergangenen Jahren
In den vergangenen Jahren ist die Christophoruskirche aufwendig modernisiert worden. Unter anderem wurden neue Fenster, eine neue Heizung und eine neue Beleuchtung eingebaut. Die Kosten beliefen sich nach Angaben der Kirchengemeinde auf insgesamt 3,7 Millionen Euro, finanziell unterstützt vom Bund, der Landeskirche und dem Kirchenkreis. Im Dezember 2025 wurde die Kirche mit einem Gottesdienst im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und des Bürgermeisters von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), nach Abschluss der Sanierung wiedereröffnet.

Die Ferdinand-von-Quast-Medaille wird seit 1987 von dem für die Denkmalpflege zuständigen Senatsmitglied auf Vorschlag des Landesdenkmalamts Berlin verliehen. Ausgezeichnet werden damit Menschen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um Berliner Denkmale oder die Denkmalpflege verdient gemacht haben.
Auch interessant
Die Auszeichnung ist nach dem ersten preußischen Landeskonservator Ferdinand von Quast benannt. Neben der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Friedrichshagen erhält die Medaille in diesem Jahr auch Dirk Möhrle. Er ist Eigentümer der Beletage im „Kunsthof“ an der Oranienburger Straße 27 und wird für sein herausragendes Engagement bei der Sanierung und Vermittlung der Beletage gewürdigt.






