In der vergangenen Woche war ich für zwei Tage in Hamburg. Hauptgrund war, dass ich dort ein Konzert besuchen wollte. Es blieb aber auch noch Zeit für ein wenig Sightseeing. Beim Spaziergang durch die malerische Speicherstadt knurrte irgendwann der Magen. Ein Fischbrötchen zu verputzen, schien da naheliegend.

Hamburg: Fischbrötchen für 12,50 Euro

Fündig wurde ich in einem historischen Gebäude direkt am Wasser, wo es Speisen und Getränke in uriger Atmosphäre gibt. Ich entschied mich für ein Fischbrötchen mit Backfisch. Aufgerufen wurden dafür elf Euro. Wer denkt, das wäre schon der Gipfel, liegt falsch. Für die Variante mit Krabben hätte man 12,50 Euro berappen müssen.

Fischbrötchen mit Backfisch im Fleetschlösschen in Hamburg
Elf-Euro-Fischbrötchen mit Backfisch – das gibt es in der Speicherstadt in Hamburg.© Berliner Morgenpost | Philipp Hartmann

Die Qualität des Fischbrötchens war super, der Geschmack top. Dagegen lässt sich nichts sagen. Das Gefühl, abgezockt zu werden, ließ sich jedoch nicht abschütteln. Die Menge war so, dass ich mir eine Stunde später am Hamburger Hauptbahnhof noch einen Dürüm holen musste – für neun Euro. Nebenaspekt: Bei der Soßenauswahl wurde ich nicht nach „Kräuter, Knoblauch oder scharf?“ gefragt, sondern nach Cocktailsauce oder Zaziki.

Berlin: Langos für neun Euro beim Bölschefest

Der Geschmack war letztlich etwas anders als gewohnt, aber gut. Der Hunger war gestillt. Parallel zu meinem Hamburg-Trip fand im Berliner Südosten das beliebte Bölschefest statt. Dort wurden, wie mir berichtet wurde, für einen Langos ebenfalls neun Euro verlangt. Einen normalen Döner bekommt man in Berlin auch nicht mehr an vielen Orten für weniger als acht Euro.

Klar, nahezu alles ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Dass auch die Imbiss-Chefs deshalb die Preise erhöhen müssen, ist verständlich. Allerdings scheinen einige besonders stark, fast schon unverschämt, an der Preisschraube zu drehen. Für viele Menschen dürfte Fastfood bei solchen Preisen schon jetzt ein Luxusgut sein.