Darauf freuen sich nicht nur Nostalgiker: Im Spreepark werden Besucher in Zukunft wieder ins Riesenrad einsteigen und von dort den Blick über Berlin genießen können. Rechtzeitig zur Eröffnung des seit 2002 geschlossenen, ehemaligen Kulturparks Plänterwald im Frühjahr 2027 soll das damals beliebte Fahrgeschäft wieder seine Runden drehen.
Derzeit wird der Stahlkoloss, der Anfang 2021 abgebaut und im Juni 2024 abtransportiert wurde, noch aufwendig saniert. Am Dienstag hat die für die Entwicklung des Spreeparks zuständige Grün Berlin GmbH informiert, wie die Arbeiten in einem Werk in Polen vorankommen. Nach Auskunft des landeseigenen Unternehmens werden derzeit die historischen Bauteile des alten Riesenrades in einer Spezialwerkstatt bei Krakau Stück für Stück aufgearbeitet, um sie langfristig weiter zu nutzen.
Spreepark: Riesenrad soll über einem Wasserbecken schweben
„Mehr als ein Drittel der rund 300 originalen Stahlteile wurde bereits sandgestrahlt, geprüft, repariert und neu beschichtet“, so Grün Berlin in einer Mitteilung. Insgesamt werden demnach rund 90 Tonnen Stahl wieder zum Einsatz kommen. Damit werde im Vergleich zu einem Neubau ein CO₂-Ausstoß von knapp 780 Tonnen eingespart, was auch wirtschaftliche Ressourcen schone.

„Gestalterisch bleibt das Alte auch in der Umgebung spürbar: Ein Teil des ehemaligen Wasserbeckens wird bewusst erhalten. Um das Becken herum entstehen naturnahe, mit Sträuchern bepflanzte Randbereiche, die neue Lebensräume für Tiere bieten“, erklärt das Unternehmen. Die Kombination aus Schatten, Verdunstung und durchlässigem Boden trage darüber hinaus dazu bei, die Umgebung kontinuierlich zu kühlen. Besonders an heißen Tagen sei das wichtig.
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Gleichzeitig übernehme das Becken in Zukunft eine wesentliche Funktion im Regenwassermanagement. Es speichere Niederschläge, die dann zur Bewässerung der umliegenden Vegetation genutzt werden. Das reduziere nicht nur den Wasserverbrauch, sondern auch langfristig den Pflegeaufwand für die Grünflächen des Parks.
Vorbereitungen für Wiederaufbau laufen
Im Spreepark selbst laufen aktuell bereits die Vorbereitungen für die Wiederaufstellung des Riesenrads. So werden für das Fundament, auf dem das neu gestaltete Wahrzeichen künftig stehen wird, derzeit 28 Mikropfähle mit einem Durchmesser von 19 Zentimetern bis zu 18 Meter tief in den Baugrund eingesetzt. Diese Pfähle sollen die enormen Kräfte aufnehmen, die beim Betrieb des Fahrgeschäfts entstehen, und die Tragfähigkeit langfristig sichern.

Ab dem dritten Quartal dieses Jahres wird die Montage der vier Riesenradstützen sowie des Radkranzes mit den sanierten Speichen beginnen. Parallel dazu fertigt die niederländische Fachfirma Dutch Wheels auf Basis der Planungen des Architekturbüros „realities:united“ und des Ingenieurbüros „schlaich bergermann partner“ die neuen Komponenten wie Antrieb, Steuerung und Gondeln. Eine erste Mustergondel wird laut Grün Berlin bereits im Juli im Park erwartet. Die alten Gondeln können aufgrund ihres schlechten Zustands nicht mehr genutzt werden.
Wie viel die Mitfahrt kosten soll
Nach Inbetriebnahme des barrierefreien Riesenrads sollen pro Fahrt bis zu 160 Personen Platz finden. Es wird frei über dem Wasserbecken schweben. Der Preis für eine Mitfahrt, der zum Parkeintritt dazukommt, soll bei maximal drei Euro liegen. Abschließend geklärt ist das aber noch nicht.
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Die Transformation des historischen Fahrgeschäftes ist ein zentraler Bestandteil der gemeinsam mit Bürgern entwickelten Planung für den Spreepark der Zukunft. Das Riesenrad soll als zukünftiges Highlight ein Anziehungspunkt und zugleich Rückgrat für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Betrieb sein. Finanziert wird das Riesenrad über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sowie aus Landesmitteln.

Zur Geschichte: Das erste Riesenrad auf dem Areal wurde 1969 zum 20. Jahrestag der Gründung der DDR eröffnet. 1989 wurde es anlässlich des 20-jährigen Bestehens des damaligen Kulturparks Plänterwald ausgetauscht und vergrößert. Es hatte fortan eine Höhe von 45 statt 40 Metern sowie 40 statt zuvor 36 Gondeln.




